Erste Erfahrungen mit der neuen Canon EOS R5

Erste Erfahrungen mit der neuen Canon EOS R5

So, nun habe ich mich eini­ge Tage mit der neu­en Canon EOS R5 beschäf­ti­gen kön­nen. Lei­der hat­te ich nur die Gele­gen­heit bei durch­wach­se­nem Wet­ter eini­ge „Wild­life“ Auf­nah­men der Vogel­welt im hei­mi­schen Gar­ten durch­zu­füh­ren. Eini­ge Auf­nah­men fin­den Sie hier in die­sem Bei­trag.

Zunächst habe ich mich aber an die Kon­fi­gu­ra­ti­on der Kame­ra gemacht, die auf­grund der sehr umfang­rei­chen Ein­stell­mög­lich­kei­ten wie­der ein­mal sehr auf­wen­dig war.

Konfiguration - Was habe ich geändert?

Seit vie­len Jah­ren ver­wen­de ich DSLR-Kame­ras von Canon und habe nach und nach die Menü­ein­stel­lun­gen für mei­ne Zwe­cke opti­miert. Glück­li­cher­wei­se hat auch die neue EOS R5 vie­le Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten der älte­ren ver­spie­gel­ten Vor­gän­ger geerbt, so dass ich mei­ne gewohn­te Kon­fi­gu­ra­ti­on wei­test­ge­hend wie­der­her­stel­len konn­te. Das ist mir auch wich­tig, da ich par­al­lel mei­ne EOS 5DS R ger­ne wei­ter ver­wen­den möch­te, ohne jedes­mal bei der Bedie­nung umden­ken zu müs­sen. Im Wesent­li­chen habe ich im Menü der EOS 5R fol­gen­de Ein­stel­lun­gen vor­ge­nom­men:

Bildqualität (SHOOT1)

Ich foto­gra­fie­re aus­schließ­lich im RAW-For­mat, also habe ich im Menu als Bild­qua­li­tät RAW gewählt. Im RAW-For­mat wer­den alle Infor­ma­tio­nen des Auf­nah­me­chips gespei­chert, was eine umfang­rei­che Nach­be­ar­bei­tung der Bil­der in Ruhe am hei­mi­schen Rech­ner in maxi­mal mög­li­cher Qua­li­tät erlaubt. Mein Stan­dard­pro­gramm zu Bear­bei­tung und Ver­wal­tung mei­ner Bil­der ist Ado­be Ligh­troom Clas­sic*, das ich bereits seit vie­len Jah­ren (seit der Ver­si­on 1.0) ver­wen­de.

Mit dem bei der EOS R5 ange­bo­te­nen kom­pri­mier­ten und sehr viel platz­spa­ren­de­rem cRAW-For­mat habe ich bis­her noch kei­ne grö­ße­ren Erfah­run­gen, mei­ne bis­he­ri­gen EOS DSLR-Kame­ras kann­ten die­ses noch nicht. Das Canon RAW-For­mat war bereits vor­her immer kom­pri­miert, jeoch ohne einen Ver­lust an Bild­in­for­ma­ti­on. Das neue cRAW-For­mat nimmt jetzt einen klei­nen Infor­ma­ti­ons­ver­lust in Kauf. Auf den ers­ten Blick scheint die Bild­qua­li­tät dar­un­ter jedoch kaum zu lei­den und die Datei­en wer­den ca. 40% klei­ner, was auch die Anzahl der mög­li­chen Auf­nah­men erhöht, bis der Buf­fer gefüllt ist.

Die Sony Alpha 7R-Kame­ras kom­pri­mie­ren ihre RAW Datei­en übri­gens stan­dard­mä­ßig ver­lust­be­haf­tet, was aber kei­ne nen­nens­wer­ten sicht­ba­ren Ein­bu­ßen bringt. Auch JPEG-Datei­en sind immer ver­lust­be­haf­tet kom­pri­miert.

Im RAW-For­mat kann die Kame­ra laut Sucher-Anzei­ge min­des­tens 45, im cRAW-For­mat immer­hin min­des­tens 84 Bil­der bei 20Bildern/ Sekun­de auf­neh­men, bevor sie auf die Kar­te weg­ge­schrie­ben wer­den. Die Auf­nah­me­ge­schwin­dig­keit danach hängt von der Schreib­ge­schwin­dig­keit der Spei­cher­kar­te ab.

Einen aus­führ­li­chen Ver­gleich zwi­schen Canon RAW und cRAW fin­det sich bei The-Digital-Picture.com.

ISO-Empfindl. Einstellungen (SHOOT2)

Ich arbei­te übli­cher­wei­se mit Auto ISO. Hier habe ich den Auto-Bereich von 100-12800 wie vor­ein­ge­stellt belas­sen, da die EOS R5 auch bei hohen ISO-Wer­ten gute Ergeb­nis­se lie­fert:

Rot­kehl­chen (Sig­ma 60-600 bei 600mm, f6.3, 1/1000, ISO 5000)

Auslöser-Modus (SHOOT6)

Die­sen Men­u­punkt habe ich ins Schnell­me­nu auf­ge­nom­men, da er doch des öfte­ren gewech­selt wer­den muss.

Nur im voll­elek­tro­ni­schen Modus schafft die EOS R5 die schnellst­mög­li­che Seri­en­bild­ge­schwin­dig­keit von 20 Bil­dern pro Sekun­de und ist dabei laut­los. Lei­der ist es nicht mög­lich, eine lang­sa­me­re Geschwin­dig­keit ein­zu­stel­len, es gibt ent­we­der 20 Bilder/ Sekun­de oder Ein­zel­bil­der. Nach­teil des elek­tro­ni­schen Ver­schlus­ses ist, dass eine Ver­zer­rung von schnell beweg­li­chen Objek­ten, der soge­nann­te rol­ling shut­ter auf­tre­ten kann, bei Kunst­licht kann es zu Strei­fen­bil­dung im Bild kom­men und der Dyna­mik­um­fang könn­te leicht redu­ziert sein, da der Sen­sor nur mit 12bit aus­ge­le­sen wird. Somit neh­me ich den voll­elek­tro­ni­schen Modus nur bei Action Sequen­zen / Wild­life ohne Kunst­licht oder wenn die Kame­ra mög­lichst unauf­fäl­lig blei­ben soll.

Für alle lang­sa­me­ren sta­ti­schen Auf­nah­men ist hin­ge­gen der mecha­ni­sche Ver­schluss zu bevor­zu­gen, Blit­zen geht nur mit ihm. Ich ver­wen­de ihn meist. Er erreicht bei Bedarf aber auch eine Seri­en­bild­ge­schwin­dig­keit von bis zu 12 Bildern/ Sekun­de.

Anzeigeleistung (SHOOT8)

Steht bei mir immer auf „Flüs­sig“, also 120Hz, da das Bild im Sucher dadurch ins­be­son­de­re bei Schwenks deut­lich ruhi­ger wird und Moti­ve dadurch bes­ser ver­folgt wer­den kön­nen. Er ver­braucht dafür etwas mehr Strom. Über­haupt, der Sucher: Die Auf­lö­sung ist inzwi­schen so hoch, dass ich erst­ma­lig den opti­schen Sucher einer klas­si­schen DSLR nicht mehr ver­mis­se. Im Dunk­len ist der Blick durch den Sucher sogar bes­ser (da deut­lich hel­ler) als bei einer DSLR.

AF-Betrieb (AF1)

Wie gewohnt, steht der AF-Betrieb bei mir auf „SERVO-AF“, da ich die Fokus­sie­rung immer vom Aus­lö­ser tren­ne. Wenn ich also eine Fokus­sie­rung nicht mehr ändern möch­te, neh­me ich ein­fach mei­nen Dau­men vom AF-ON But­ton und habe somit den­sel­ben Effekt wie im „ONE SHOT“ Modus. Die AF-Metho­de steht bei der EOS R5 nun bei mir stan­dard­mä­ßig auf Gesichts­er­ken­nung und Ver­fol­gung. Die Prio­ri­tät der Motiver­ken­nung pas­se ich dabei der Auf­nah­me­si­tua­ti­on an (Im Zoo und auf Safa­ri halt Tie­re, bei Fami­li­en­fei­ern Per­so­nen 😉 ). Die Augen­er­ken­nung habe ich immer akti­viert, das ist ja gera­de eine der beson­de­ren Stär­ken der EOS R5. Der Kon­ti­nu­ier­li­che AF bleibt aus­ge­schal­tet.

Servo-AF (AF3)

Hier lohnt es sich für die eige­nen Auf­nah­me­si­tua­tio­nen etwas her­um­zu­ex­pe­ri­men­tie­ren. Ich habe der­zeit „Case 2“ ein­ge­stellt, und dabei die AI Ser­vo Reak­ti­on noch auf -2 wei­ter her­un­ter­ge­re­gelt, so dass der Fokus am ein­mal erfass­ten Motiv kle­ben bleibt.

Nachgeführte Motive wechseln (AF4)

Um das „kle­ben“ am Motiv noch wei­ter zu erhö­hen, habe ich hier noch „0“ ein­ge­tra­gen.

Tasten anpassen (C.Fn3)

Wie ich es seit Jah­ren gewohnt bin, habe ich die Tas­ten­be­le­gung auf das „Back­but­ton“ Fokus­sie­ren abge­än­dert. Dabei dient der Aus­lö­ser nur noch zur Belich­tungs­mes­sung und Auf­nah­me, die Fokus­sie­rung erfolgt sepa­rat durch die ent­spre­chen­de Dau­men-Tas­te „AF-ON“. Ich ver­wen­de die­se Metho­de bereits seit vie­len Jah­ren an allen mei­nen Kame­ras.

Ein beson­de­res Fea­ture der Canon EOS R5 ist der intel­li­gen­te Fokus-Algo­rith­mus, der Per­so­nen, Tie­re, Köp­fe, Gesich­ter und Augen erkennt. Um schnell reagie­ren zu kön­nen, habe ich daher dies­mal sogar zwei Tas­ten zum fokus­sie­ren gewählt. Mein Stan­dard­mo­dus ist nun die intel­li­gen­te Motiver­ken­nung mit -ver­fol­gung, die­se Funk­ti­on habe ich auf die „AF-ON“ Tas­te gelegt.

Zusätz­lich habe ich aber noch die Fokus­sie­rung auf ein frei wähl­ba­res Spot-Fokus­feld auf die „*“-Tas­te kon­fi­gu­riert. Die­ser Modus ist sehr hilf­reich, um z.B. genau durch eine Baum­lü­cke oder einen Zaun fokus­sie­ren zu kön­nen. Somit kann ich je nach Auf­nah­me­si­tua­ti­on blitz­schnell bei­de Modi wäh­len. Häu­fig benut­ze ich die „*“-Tas­te um ein Motiv ein­mal genau zu fokus­sie­ren und wech­se­le dann auf die „AF-ON“-Taste um es wei­ter zu ver­fol­gen.

Somit habe ich im Menü „Tas­ten anpas­sen“ fol­gen­des ein­ge­stellt:

Auslöser halb gedrückt

Wie oben bereits erwähnt, ver­wen­de ich den Aus­lö­ser nicht zum fokus­sie­ren, das mache ich sepa­rat mit dem Dau­men auf der „AF-ON“ Tas­te. Daher habe ich hier „Mes­sung Start“ gewählt. Alter­na­tiv kann auch der „*“ (AE-Spei­che­rung bei gedrück­ter Tas­te) aus­ge­wählt wer­den, dann wird die Belich­tungs­steue­rung gespei­chert und für alle fol­gen­den Auf­nah­men ver­wen­det, bis der Aus­lö­ser voll­stän­dig los­ge­las­sen wird. Das hat mich aller­dings manch­mal bei Auf­nahme­se­ri­en eini­ge Bil­der gekos­tet, wenn z.B. Tie­re vom Schat­ten in son­ni­ge Berei­che wech­sel­ten und die Auf­nah­men dadurch dann plötz­lich völ­lig über­be­lich­tet wur­den. Seit­dem belas­se ich es bei „Mes­sung Start“

AF-ON

Für die­se Tas­te habe ich den ers­ten Menü­punkt „Mes­sung und AF Start“ gewählt. In der Detail­ein­stel­lung, die man durch Druck auf die „INFO“-Taste öff­net, habe ich ein­ge­stellt:

  • AF-Betrieb: Ser­vo
  • AF-Metho­de: Gesicht und Ver­fol­gung
  • Ser­vo-AF-Eigen­schaf­ten: - bei­be­hal­ten

In die­sem Modus kann man zuerst das klei­ne im Sucher sicht­ba­re AF-Feld dort posi­tio­nie­ren, wo man fokus­si­ern will. Wenn sich dort ein Gesicht befin­det, ver­sucht die Kame­ra die Augen zu loka­li­sie­ren und auf die­se zu fokus­sie­ren. Das gelingt her­vor­ra­gend auch bei Vögeln:

Blau­mei­se (400mm mit 1,4 Exten­der, 560mm f4.0, 1/125, ISO 125)

Das initia­le Fokus­feld erlaubt es auch, aus meh­re­ren Per­so­nen oder Tie­ren die-/ das­je­ni­ge her­aus­zu­su­chen, auf die/ das fokus­siert wer­den soll. Solan­ge die „AF-ON“ Tas­te gedrückt wird, bleibt der Fokus dann am gewähl­ten Motiv „kle­ben“.

AE Lock-Taste (*)

Die­se Tas­te dient mir dazu, klei­ne Moti­ve durch Lücken hin­durch zu fokus­sie­ren, bei­spiels­wei­se einen klei­ne Vogel in einem Baum. Fol­gen­de Ein­stel­lun­gen in der Detail­ein­stel­lung über die „Info“-Taste erlau­ben das:

  • AF-Betrieb: Ser­vo
  • AF-Metho­de: Spot-AF
  • Ser­vo-AF-Eigen­schaf­ten: - bei­be­hal­ten

SET-Taste

Die „Set“-Taste in der Mit­te des rück­sei­ti­gen Wähl­ra­des habe ich mit der Lupen­funk­ti­on belegt.

Multi-Controller

Der „Mul­ti-Con­trol­ler“ genann­te klei­ne Joy­stick rechts neben dem Sucher dient unter ande­rem dazu, den Fokus­punkt zu ver­schie­ben. Aus mir seit Jah­ren unbe­greif­li­chen Grün­den ist die­se nütz­li­che Funk­ti­on aber bei Canon Kame­ras stan­dard­mä­ßig deak­ti­viert. Bevor der Joy­stick zur Aus­wahl des Fokus­punk­tes ver­wen­det wer­den kann, muss in der Grund­ein­stel­lung immer erst die AF-Feld-Tas­te an der rech­ten Kame­ra­schul­ter gedrückt wer­den. Ich habe daher hier immer die Opti­on „Direkt­aus­wahl AF-Feld“ akti­viert.

Erste Erfahrungen

Nach der Kon­fi­gu­ra­ti­on ging es dann in den Gar­ten für die ers­ten Ver­su­che, für die eini­ge Gar­ten­vö­gel her­hal­ten muss­ten. Eini­ge Ergeb­nis­se sind oben zu sehen. Ins­ge­samt bin ich vom Hand­ling und der Bild­qua­li­tät begeis­tert.

Sucher

Wie oben bereits geschrie­ben, ist der elek­tro­ni­sche Sucher der EOS R5 her­vor­ra­gend. Die Auf­lö­sung ist so hoch, dass ich kei­ne Pixel mehr sehe. Ich den­ke, dass jemand, der unvor­ein­ge­nom­men durch­blickt, kei­nen gro­ßen Unter­schied zum Sucher einer DSLR mehr erkennt. Ges­tern abend habe ich wie­der mei­ne 5DS R genom­men und war erschro­cken, wie dun­kel der opti­sche Sucher in der Däm­me­rung ist - da kann der elek­tro­ni­sche Sucher der R5 ganz klar punk­ten. Sehr erfreu­lich im Ver­gleich mit mei­ner bis­her ver­wen­de­ten SONY Alpha 7R III ist auch die sehr gerin­ge Ein­schalt­ver­zö­ge­rung der Canon EOS R5 von unter einer Sekun­de. Bei der Sony hat­te ich manch­mal das Gefühl, eine Auf­nah­me zu ver­pas­sen, bis sie ein­satz­be­reit war.

Autofokus

Der Auto­fo­kus ist sicher eines der Kil­ler-Fea­tures der EOS R5. Bei mei­nen Ver­su­chen mit den klei­nen Gar­ten­vö­geln hat die­ser sich gera­de­zu an ihnen fest­ge­bis­sen. Nach weni­gen Augen­bli­cken erkann­te die Kame­ra die Augen und führ­te den Fokus mit unglaub­li­cher Geschwin­dig­keit sicher nach und das auch bei Auf­nahme­se­ri­en mit 20 Bildern/ Sekun­de! Aus­schuss war kaum dabei - das ist ein gewal­ti­ger Fort­schritt.

Kompatibilität

Da ich bereits über vie­le EF-Objek­ti­ve ver­fü­ge und mei­ne Canon EOS 5DS R zumin­dest als Zweit­ge­häu­se wei­ter ver­wen­den möch­te, habe ich zu der Kame­ra erst ein­mal ledig­lich den EF-R Mount-Adap­ter hin­zu­be­stellt. Zunächst möch­te ich an die­sem mei­ne vor­han­de­nen Objek­ti­ve wei­ter benut­zen.

Die gute Nach­richt: Alle Objek­ti­ve, die ich bis­her aus­pro­biert habe, funk­tio­nie­ren min­des­tens genau­so­gut wie an der EOS 5DS R.

Das 85 f1.2L II USM macht nun sogar ungleich mehr Spass, da nun bei allen Por­traits der Fokus punkt­ge­nau auf den Augen sitzt. Mit den DSLR hat­te ich immer mehr als 50% Aus­schuss bei Offen­blen­de, da der Pha­sen­kon­trast AF nicht genau genug war.

Das 17mm TS-E macht an spie­gel­lo­sen Kame­ras sowie­so mehr Spass, da das Ergeb­nis der Tilt-/ Shift-Ver­stel­lung nun durch den elek­tro­ni­schen Sucher genau betrach­tet wer­den kann. Bei den DSLR-Gehäu­sen zei­gen sich im opti­schen Sucher bei Ver­stel­lung der Objek­ti­vach­sen star­ke Vignet­tie­run­gen, brauch­bar ist da nur der Moni­tor im Live­view. Bei Son­nen­schein ist die­ser nur schlecht ein­seh­bar. Zudem ist er an den 5D und 7D Gehäu­sen nicht schwenk­bar. Das TS-E war übri­gens ein wesent­li­cher Grund für mein Inter­mez­zo mit den adap­tier­ten Sony Alpha 7R I-III Gehäu­sen - aber jetzt kann ich das alles wie­der mit einer Canon Kame­ra machen 😉 . Sehr nütz­lich beim TS-E (und allen ande­ren manu­el­len Objek­ti­ven) ist auch die genia­le Fokus­hil­fe der R5, die im Sucher ein­ge­blen­det wer­den kann. Sie erin­nert an die Schnitt­bild­in­di­ka­to­ren aus alten ana­lo­gen Zei­ten.

Mein Sig­ma 60-600 f/4.5-6.3 DG OS HSM Sports* - Zoom funk­tio­niert auch pri­ma am Adap­ter, mit ihm habe ich das Bild vom Rot­kehl­chen oben auf­ge­nom­men - hand­held bei 600mm. Auch mit die­sem Objek­tiv arbei­tet der Augen-AF sehr gut zusam­men. Der Fokus­be­reich ist leicht ein­ge­schränkt, er deckt ver­ti­kal und hori­zon­tal aber immer noch je etwa 80% des Bild­fel­des ab. Das ist aber immer noch bei wei­tem mehr als bei den Canon DSLR-Kame­ras:

AF-Bereich mit dem Sig­ma 60-600

Das EF 400mm f2.8L II IS USM - traum­haft mit und ohne Exten­der!

Inzwi­schen habe ich mir nach den guten Erfah­run­gen an der Sony a7R III das Samyang AF 14/2.8 zuge­legt. Da ich die­ses auch an mei­ner EOS 5DS R nut­zen möch­te habe ich bewusst die EF-Ver­si­on gewählt. Wei­te­re Infos zu dem Objek­tiv habe ich in einen sepa­ra­ten Bericht aus­ge­la­gert.

Zubehör

Jede neue Kame­ra bedingt auch neu­es Zube­hör, das man beim Kauf mit beden­ken soll­te.

Energie…

Schön ist, dass auch in der EOS R5 die vor­han­de­nen alten Akkus der EOS 5D/ 7D Serie wei­ter ver­wen­det wer­den kön­nen. Die etwas neue­ren LP-E6N Akkus, von denen ich glück­li­cher­wei­se bereits drei habe, las­sen sich sogar in der Kame­ra über USB-C laden, der mit der Kame­ra gelie­fer­te aktu­el­le LP-E6NH mit etwas höhe­rer Kapa­zi­tät sowie­so. Bei den noch älte­ren LP-E6 Akkus geht das wohl nicht.

Wegen des exor­bi­tant hohen Prei­ses der Canon-Ori­gi­nalak­kus habe ich mir jedoch zusätz­lich Nach­bau Akkus zuge­legt. Nach aus­führ­li­cher Recher­che im Inter­net, habe ich mir zwei Akkus von Blu­max* bestellt, da die­se in hohem Maße kom­pa­ti­bel mit den Ori­gi­na­len sein sol­len. Die Akkus sind inzwi­schen ein­ge­trof­fen und funk­tio­nie­ren in mei­ner Kame­ra wun­der­bar. Sie wer­den im Menu „Info Akku­la­dung“ der EOS R5 als LP-E6N Akkus erkannt und las­sen sich auch in der Kame­ra mit eige­ner Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer regis­trie­ren.

Auch das Laden funk­tio­niert sowohl in der Kame­ra über USB-C, als auch im ori­gi­nal Canon Lade­ge­rät bis 100%. Bei­de Akkus zei­gen im Akku-Zustands­me­nu mei­ner Kame­ra drei grü­ne Bal­ken an. Laut Auf­druck ist die Kapa­zi­tät der Blu­max Akkus mit 2040 mAh nah an der Kapa­zi­tät der neu­en LP-E6NH Akki­us (2130 mAh). Ob dies wirk­lich stimmt, kann ich aller­dings noch nicht nach­prü­fen, bis­her ist der Ein­druck jedoch posi­tiv.

Da die spie­gel­lo­sen Kame­ras sys­tem­be­dingt immer mehr Strom brau­chen als DSLR-Kame­ras, habe ich auch noch den Bat­te­rie­griff BG-R10* dazu­be­stellt, der gleich zwei Akkus auf­neh­men kann. Die­ser wur­de jedoch bis­her noch nicht gelie­fert.

Die Kame­ra kann, wie ich oben geschrie­ben habe, auch über USB-C gela­den oder auch betrie­ben wer­den. Dazu benö­tigt sie jedoch ein Netz­teil mit PD - (Power-Deli­very) - Funk­ti­on. Ich habe daher dazu das USB C Lade­ge­rät AUKEY 72W* bestellt, das über 2 zusätz­lich inte­grier­te USB Buch­sen das gleich­zei­ti­ge Laden eines Han­dies und eines Tablets erlaubt.

Speicherkarten

Die EOS R5 ver­fügt über zwei Spei­cher­kar­ten Slots. In dem SD-Kar­ten-Slot ver­wen­de ich mei­ne bereits vor­han­de­nen 128GB SD-Kar­ten. Wenn es aber auf Geschwin­dig­keit ankommt oder in 8K-RAW gefilmt wer­den soll, reicht di -Geschwin­dig­keit auch der schnells­ten SD UHS-II-Kar­ten nicht aus und eine neue CFex­press Card muss her.

Auch wenn ich nur sehr wenig fil­me - aus­pro­bie­ren möch­te ich es aber doch. Aus­ser­dem besteht die Mög­lich­keit, aus einem 8k-Film mit bis zu 30 Bil­dern pro Sekun­de Ein­zel­bil­der her­aus­zu­neh­men, die dann immer noch 35 Mega­pi­xel Auf­lö­sung haben. Dadurch ermög­licht die EOS R5 sogar Seri­en­auf­nah­men mit 30 Bildern/ Sekun­de und das mit vol­lem Auto­fo­kus!

Aber nicht alle CFex­press Kar­ten lie­fern die dazu not­wen­di­ge Geschwin­dig­keit. Zwar ver­spricht der Auf­druck immer aus­rei­chen­de Geschwin­dig­kei­ten von mehr als 1000MB/s, aber nur die grö­ße­ren Kar­ten (> 512GB) kön­nen die­se Geschwin­dig­keit auch über län­ge­re Zeit, wie es beim fil­men not­wen­dig ist, bei­be­hal­ten. Da die übli­chen Flash-Chips der­zeit ca. 128GB spei­chern, ver­fü­gen Kar­ten ab einer Grö­ße von 512GB übli­cher­wei­se über min­des­tens 4 Chips, auf die sie gleich­zei­tig schrei­ben kön­nen, sie sind daher deut­lich schnel­ler, als die klei­nen Kar­ten mit nur einem oder zwei Flash Chips. Die klei­ne­ren Kar­ten wer­den daher lang­sa­mer, wenn ihr inter­ner Puf­fer ein­mal gefüllt ist, die 8K-RAW-Auf­nah­me bricht dann ab.

Nach län­ge­rer Recher­che habe ich mich für eine CFex­press Kar­te von Wise mit 512GB* ent­schie­den, die im Ange­bot mit einem Preis von ca. 400,-€ das bei wei­tem güns­tigs­te Preis-/ Leis­tungs­ver­hält­nis bot (aktu­el­le Ange­bo­te bei eBay*). In einem kur­zen Test konn­te ich mit ihr 16 Minu­ten 8K-RAW auf­neh­men, bis die Kame­ra wegen Über­hit­zung abbrach. Die auf­ge­nom­me­ne Datei hat­te eine Grö­ße von 300GB! Ich kann die Kar­te sehr emp­feh­len. Als Kar­ten­le­ser habe ich mir dazu noch einen San­Disk Extre­me PRO CFex­press Card Rea­der* gekauft. Ent­ge­gen eini­ger Bewer­tun­gen bei ama­zon funk­tio­niert die­ser bei mir völ­lig pro­blem­los. Die Bewer­tun­gen bezie­hen sich wohl auf eine mecha­ni­sches Pro­blem mit der ers­ten Ver­si­on des Rea­ders, das inzwi­schen beho­ben wur­de.

Zu dem San­disk CFex­press Rea­der habe ich mir spä­ter ergän­zend noch einen wei­te­ren Rea­der für unter­wegs zuge­legt. Der San­disk-Rea­der funk­tio­niert sehr gut, ist aller­dings sehr sper­rig, von der Grö­ße etwa mit einer Com­pu­ter­maus ver­gleich­bar. Ich habe dann bei ama­zon einen neu­en Rea­der von Rocke­tek zu einem unschlag­bar güns­ti­gen Preis ent­deckt und ihn dazu bestellt. Dazu habe ich einen wei­te­ren kur­zen Bericht erstellt.

Displayschutz

Wie auch bei den Touch-Dis­plays mei­ner Sonys, habe ich an der R5 einen Dis­play­schutz ange­bracht, da ein Touch-Dis­playauch durch die Schwenk­bar­keit mehr bean­sprucht wird, als z.B. das fest­mon­tier­te Dis­play der Canon 5DS R. Ich habe mich dann für das Sicher­heits­glas von Kino­koo* ent­schie­den, da die­ses als ers­tes ver­füg­bar war. Im Set sind außer je zwei Dis­play­glä­sern für das Schwenk- und Schul­ter­dis­play noch Mikro­fa­ser- und Rei­ni­gungs­tü­cher ent­hal­ten.

Das Auf­brin­gen ist pro­blem­los mög­lich, die Schutz­glä­ser haf­ten pro­blem­los adhae­siv auf den Diplays. Nach­fol­gend ein paar Bil­der vom Set und von den mon­tier­ten Glä­sern:

Das Glas ist nur 0,3mm stark und behin­dert auch nicht das voll­stän­di­ge Ein­klap­pen des Dis­plays zur Kame­ra hin. Es macht einen sehr wer­ti­gen Ein­druck, und hat laut Anga­be von Kino­koo eine Här­te von 9H, ent­spricht damit dem GGS-Glas, das ich zuvor an mei­nen Sonys ger­ne ver­wen­det habe. Auch die Touch-Bedie­nung des Dis­plays ist durch das Schutz­glas nicht beein­träch­tigt.

Résumé

Ich bin mit der Kame­ra rund­um zufrie­den. Die Bedie­nung ist, wie von Canon gewohnt, erst­klas­sig intui­tiv, die Ver­ar­bei­tung makel­los und sie inte­griert sich naht­los in mein vor­han­de­nes Sys­tem. Die Sony Gehäu­se, die ich zwi­schen­zeit­lich mit ver­wen­det hat­te, waren trotz zuneh­mend bes­se­rer Adap­ter immer eine Not­lö­sung - fai­rer­wei­se muss ich aber sagen, dass ich mit ihnen auch eini­ge wun­der­ba­re Auf­nah­men gemacht habe. Zwi­schen­zeit­lich, mit dem Erschei­nen der Sony Alpha 7R IV, hat­te ich sogar kurz über einen voll­stän­di­gen Sys­tem­wech­sel nach­ge­dacht.

Aber jetzt bin ich wie­der zu 100% zurück bei Canon. Ich hof­fe, die­ser Bericht hilft dem einen oder ande­ren bei der Kauf­ent­schei­dung oder bei der Kon­fi­gu­ra­ti­on die­ser tol­len Kame­ra. Über Kom­men­ta­re oder wei­ter­ge­hen­de Fra­gen freue ich mich.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Ralf Bornat

    Hal­lo Gerd-Uwe,

    vie­len Dank für die abso­lut sinn­vol­len Tipps, denn ich bin gera­de noch bei der Suche nach den „per­fek­ten“ Ein­stel­lun­gen für mei­ne R5. Wer­de es wohl auch mal mit dem Back-But­ton Fokus pro­bie­ren.

    Vie­le Grü­ße,
    Ralf Bor­nat

    1. Admin

      Hal­lo Ralf,
      es freut mich, dass mei­ne Tips hilf­reich waren. Die Back-But­ton-Fokus­sie­rung betrei­be ich bereits seit vie­len Jah­ren, sie hat sich ins­be­son­de­re bei der Tier-Foto­gra­fie bewährt und ist mir bereits in Fleich und Blut über­ge­gan­gen. Super ist die Mög­lich­keit der R5, mit den bei­den Knöp­fen „AF-On“ und „*“ sogar zwei ver­schie­de­ne Fokus-Modi bedarfs­wei­se aus­wäh­len zu kön­nen. Ich wün­sche Dir viel Freu­de mit der tol­len Kame­ra.

      Vie­le Grü­ße nach St. Tönis,

      Gerd-Uwe

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