Focus Stacking mit der Canon EOS R5 (oder R6) - Einstellungen

Focus Stacking mit der Canon EOS R5 (oder R6) - Einstellungen

In mei­nem vor­an­ge­gan­ge­nen Bericht habe ich das Focus Stacking der Canon EOS R5 vor­ge­stellt. Da nun die Fra­ge nach den opti­ma­len Ein­stel­lun­gen im Menu „Focus Backe­ting“ auf­kam, habe ich das The­ma noch­mals auf­ge­nom­men. Lei­der gibt Canon ja kei­ne nähe­re Hil­fe­stel­lung. Drei Optio­nen sind im Menu „Focus Bra­cke­ting! aus­zu­wäh­len:

  • Anzahl der Bil­der
  • Focus-Abstu­fung
  • Belich­tungs­glät­tung

Bei der Aus­wahl der „Anzahl der Bil­der“ kommt man bei der EOS R5 lei­der nicht dar­um her­um, es ein­fach aus­zu­pro­bie­ren. Zum Beginn der Auf­nahme­se­rie soll­te der nächst­ge­le­ge­ne Punkt des Objek­tes, das scharf erschei­nen soll, zunächst fokus­siert wer­den, ggf. unter Zuhil­fe­nah­me der Fokus­lu­pe. Dann mache ich einen Pro­be­lauf mit einer eher groß­zü­gi­ger Schät­zung der benö­tig­ten Bild­an­zahl. Über­flüs­si­ge Bil­der las­sen sich ja leicht hin­ter­her löschen. Falls der Fokus des letz­ten Bil­des der Serie nicht bereits hin­ter dem gewünsch­ten Schär­fe­be­reich liegt, muss man halt die Serie noch­mal wie­der­ho­len und die Anzahl der Auf­nah­men erhö­hen.

Die Belich­tungs­glät­tung soll­te immer akti­viert sein.

Bleibt zuletzt noch die „Fokus-Abstu­fung“. Hier hat Canon eine nichts­sa­gen­de Abstu­fung von 1-10 vor­ge­se­hen, wobei sich über der Stu­fe 4 eine graue Mar­kie­rung befin­det, die wohl die Grund­stel­lung mar­kie­ren soll.

Welche Fokus-Abstufung wählen?

Um das Gan­ze etwas näher zu unter­su­chen, habe ich ein Zen­ti­me­ter­maß mit dem EF 100mm f/2.8 Makro USM* schräg auf­ge­nom­men und ein Stacking mit jeweils 20 Schrit­ten (ein­mal mit Offen­blen­de f/2.8 und ein wei­te­res Mal mit Blen­de f/8) durch­ge­führt.

Bei der Schritt­wei­te „4“ und dem nach­fol­gen­den Stacking in Heli­con Focus ergibt sich so das fol­gen­de Ergeb­nis:

Wie gut zu sehen ist, wählt die EOS R5 die Schritt­wei­te abhän­gig von der Blen­de. Bei Blen­de 2,8 (links) wer­den so ca. 2mm scharf dar­ge­stellt, die Schritt­wei­te beträgt daher offen­bar in die­sem Fall ca. 0,1mm. Bei Blen­de 8 sind die Sprün­ge grö­ßer, sie dürf­ten hier bei ca. 0,3mm lie­gen, so dass ein grö­ße­rer Bereich von etwa 7mm (Bild rechts) scharf abge­bil­det wird.

Ich habe das anschlie­ßend dann noch ein­mal mit der Ein­stel­lung der „Focus-Abstu­fung“ auf die maxi­ma­le Schritt­wei­te von 10 aus­pro­biert:

Bei der gewähl­ten Schritt­wei­te 10 sind die Sprün­ge bei den Focus-Ebe­nen schon deut­lich wei­ter. Bei Blen­de 2.8 wer­den in die­sem Bei­spiel nun ca. 8mm (Schritt­wei­te ca. 0,4mm), bei Blen­de 8 sogar etwa 38mm (Schritt­wei­te ca. 1,9mm) scharf dar­ge­stellt. Erstaun­li­cher­wei­se wer­den auch mit Schritt­wei­te 10 in die­sem Fall die Über­gän­ge zwi­schen den Ebe­nen offen­bar aus­rei­chend scharf dar­ge­stellt.

Reicht die Schrittweite von 10 nun aus?

Um die­se Fra­ge zu klä­ren, habe ich noch ein etwas kom­ple­xe­res Objekt foto­gra­fiert, wie­der eine Taschen­uhr. Zunächst habe ich sie mit der Schritt­wei­te „4“ auf­ge­nom­men. Als Anzahl der Auf­nah­men habe ich 40 gewählt und die Ein­zel­bil­der dann in Heli­con Focus gestackt:

Taschenuhr
Focus Stack aus 40 Auf­nah­men mit Schritt­wei­te 4

Und dann noch zum Ver­gleich die­sel­be Uhr, aber dies­mal mit der Schritt­wei­te 10, hier benö­tig­te ich nur noch 12 Ein­zel­bil­der:

Auf den ers­ten Blick sehen bei­de Auf­nah­men erst ein­mal sehr gut aus. Bei genaue­rem Hin­se­hen ist bei der Schritt­wei­te 4 auch alles in Ord­nung. Die Uhr ist von vor­ne bis hin­ten scharf abge­bil­det, Über­gän­ge zwi­schen den Ein­zel­bil­dern sind nicht aus­zu­ma­chen.

Die Schritt­wei­te von 10 ist jedoch bei nähe­rer Betrach­tung in die­sem Fall nicht mehr aus­rei­chend. Ins­be­son­de­re am mit abge­bil­de­ten Glie­der­band fin­den sich, auf Pixele­be­ne betrach­tet, deut­lich sicht­ba­re unschar­fe Berei­che im Bild:

Links Schritt­wei­te 4, rechts Schritt­wei­te 10

Somit scheint tat­säch­lich die von Canon grau mar­kier­te Fokus Abstu­fung von 4 opti­mal geeig­net zu sein. Ich wer­de sie zunächst stan­dard­mä­ßig wei­ter ver­wen­den.

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