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Safa­rifahr­zeug bei Son­nen­un­ter­gang im Miku­mi Natio­nal­park

Im fol­gen­den habe ich eini­ge Hin­wei­se zum Equip­ment und Tips & Tricks auf­ge­führt, die sich auf unse­ren bis­he­ri­gen Afri­ka-Safa­ris bewährt haben.

Foto-Equipment

Die bes­ten Fotos gelin­gen in der Regel am frü­hen Mor­gen und am spä­ten Abend. In der Mit­tags­zeit ruhen die meis­ten Tie­re, zudem sind Auf­nah­men mit dem Tele­ob­jek­tiv aus der Distanz wegen des Hit­ze­flir­rens der Luft kaum mög­lich. Trotz der licht­emp­find­li­chen Sen­so­ren heu­ti­ger Digi­tal­ka­me­ras emp­fiehlt es sich daher, licht­star­ke Tele-Objek­ti­ve zu ver­wen­den.

Da in Kenia und im nörd­li­chen Tan­sa­nia nicht gejagt wird, sind die Tie­re wenig scheu, so dass man nah genug her­an­kommt. Im Süden Tan­sa­ni­as und ins­be­son­de­re im Selous wird teil­wei­se gejagt, die Flucht­di­stanz der Tie­re ist dort deut­lich höher. Im übri­gen sind zumin­dest die Säu­ge­tie­re rela­tiv groß, so dass in aller Regel eine Brenn­wei­te von 400mm am Voll­for­mat aus­reicht, ins­be­son­de­re wenn auch noch eine Crop-Kame­ra zur Ver­fü­gung steht. Ich schwö­re daher auf mein 400mm Tele mit einer Anfangs­öff­nung von 1:2,8. Das wiegt aller­dings über 3kg. Falls doch ein­mal mehr Reich­wei­te nötig sein soll­te: mit Kon­ver­tern wird die Qua­li­tät kaum schlech­ter und man erreicht damit eine Brenn­wei­te von bis zu 800mm mit einer Anfangs­öff­nung von 1:5,6.

Zusätz­lich hat­te ich zuletzt noch ein „Schönwetter“-Telezoom mit einer Brenn­wei­te von 60-600mm dabei (Sig­ma 60-600mm F4,5-6,3 DG OS HSM Sports*), das bei gutem Licht viel fle­xi­bler ist und auch eine erstaun­li­che Bild­qua­li­tät lie­fer­te. Zudem emp­fielt sich noch die Mit­nah­me eines licht­star­ken 70-200mm Zooms für Tier­grup­pen-Auf­nah­men und für die atem­be­rau­ben­den Land­schaf­ten noch ein 16-35mm Zoom. Falls Nacht­him­mel-Auf­nah­men geplant sind, ist zudem ein licht­star­kes Weit­win­kel hilf­reich.

In der Rei­se­ta­sche reis­ten noch ein Dreibein­sta­tiv, ein Ein­bein­sta­tiv, meh­re­re Sta­tiv­köp­fe, 2 Man­f­rot­to Super­clamps* und meh­re­re Lade­ge­rä­te mit.

Da in der stets stau­bi­gen Umge­bung Objek­tiv­wech­sel mög­lichst ver­mie­den wer­den soll­ten und auch als Back­up emp­fiehlt sich die Mit­nah­me von min­des­tens zwei Kame­ra­ge­häu­sen. Es wäre ein Jam­mer, wenn der Aus­fall einer Kame­ra bei so einer Rei­se das foto­gra­fi­sche Ende bedeu­ten wür­de. Ersatz ist mit­ten in der Wild­nis nicht zu beschaf­fen. Eine gute Kom­bi­na­ti­on stellt die Mit­nah­me eines Voll­for­mat- und eines APS-C Gehäu­ses dar. Ich hat­te zuletzt sogar 3 Kame­ra-Gehäu­se dabei: Eine Canon 5DS R* bzw. vor­her eine Canon 5D MkIII*, eine EOS 7D MkII* und eine Sony Alpha 7R III* bzw. vor­her eine Sony Alpha 7RII* mit Sig­ma MC-11* Adap­ter für Canon EF Objek­ti­ve. An der Sony hat­te ich meist das Sig­ma 60-600 mon­tiert.

Zudem kamen noch ein klei­ner 12 Zoll Lap­top zur Daten­si­che­rung und kur­zer Bild­kon­trol­le, ein iPad, meh­re­re Akkus, Power­banks, Fern­glas etc. mit. Ver­teilt auf 2 Ruck­sä­cke mit not­wen­di­gem Zube­hör mach­te das ein Gesamt­ge­wicht von über 20kg aus.

Als Ruck­sack hat­te ich den Think­Tank Air­port Acce­le­ra­tor* dabei, der geht im Flug­zeug gera­de eben noch als Hand­ge­päck durch und nimmt 2 Bodies mit 400er, Exten­dern und das 60-600er auf - dann aller­dings nichts mehr. Der Rest war in einem Lowe­pro Flip­si­de 400 AW* ver­staut. Dank der 12kg-Frei­gren­ze für das Hand­ge­päck bei KLM und Kenya Air­ways war der Trans­port aber kein Pro­blem.

Die Flug­ge­sell­schaf­ten KLM und Kenya Air­ways sind beson­ders für Foto-Safa­ris in Afri­ka zu emp­feh­len, da sie Hand­ge­päck bis zu 12kg pro Per­son zulas­sen und wir die­se Gew­block­sat­zichts­gren­ze mit unse­rem Fotoe­quip­ment trotz Ver­tei­lung auf 3 Per­so­nen schon fast erreicht hat­ten.

Bei ande­ren Flug­ge­sell­schaf­ten mit einem Limit von nur 8kg muss man trick­sen: Ich habe dann wie­der alles auf ins­ge­samt drei Ruck­sä­cke ver­teilt und mir und einem Mit­rei­sen­den zusätz­lich bei der Gepäck­auf­ga­be je eine Kame­ra mit Objek­tiv ganz tou­ris­ten­mä­ßig umge­hängt. Ein­mal bei der SWISS wur­den die Ruck­sä­cke übri­gens tat­säch­lich gewo­gen, aber trotz leich­tem Über­ge­wicht (ca. 9,5kg) gnä­di­ger­wei­se durch­ge­las­sen.

Da man in der Regel auf den Game­dri­ves das Fahr­zeug nicht ver­las­sen darf und wegen der loka­len Tier­welt auch nicht ver­las­sen will ( im Auto ist man Tou­rist, außer­halb des Autos Fut­ter 😉 ) wird aus dem Fahr­zeug her­aus beob­ach­tet und auch foto­gra­fiert. Der aller­größ­te Teil der Auf­nah­men ent­stand dabei mit auf Boh­nen­sä­cken auf­ge­leg­ten Kame­ras aus der Dach­lu­ke. Bei unse­ren Fahr­zeu­gen konn­te jeweils das Dach hoch­ge­fah­ren wer­den, so dass die Boh­nen­sä­cke an den Dach­rän­dern auf­ge­legt wer­den konn­ten. Die Boh­nen­sä­cke lagen in den Fahr­zeu­gen jeweils bereit. Dies soll­te vor­ab mit dem Rei­se­ver­an­stal­ter geklärt wer­den. Für eini­ge Auf­nah­men (ins­be­son­de­re bei den Son­nen­auf- und -unter­gän­gen) haben wir auch die Man­f­rot­to Super­clamps* mit Sta­tiv­kopf an der Dach­re­ling des Fahr­zeugs befes­tigt, was die Sta­bi­li­tät erhöh­te. Eini­ge Auf­nah­men habe ich spä­ter auch mit einem Ein­bein­sta­tiv durch das geöff­ne­te Fens­ter gemacht. Die nied­ri­ge­re Per­spek­ti­ve ist meist bes­ser.

Sonstiges Equipment

Wich­tig sind, um das Foto-Equip­ment laden zu kön­nen, Strom-Adap­ter. Wir haben sowohl in Kenia als auch in Tan­sa­nia jeweils einen UK-Adap­ter* benutzt. Die Netz-Span­nung beträgt in Kenia 240V und in Tan­sa­nia 230V, alle unse­re Lade­ge­rä­te hat­ten damit kei­ne Pro­ble­me.

Außer­dem gibt es in eini­gen Unter­künf­ten nur zeit­lich begrenzt und/ oder an zen­tra­len Stel­len Strom. Ich habe dort dann eine Power Bank* tags­über ange­schlos­sen, gela­den und an die­ser über Nacht dann Han­dy, iPad und Kame­ra­ak­kus auf­ge­füllt.

Tagesablauf

Wie bereits erwähnt, ist die bes­te Zeit für eine Tier­be­ob­ach­tung auf Safa­ri früh mor­gens sowie spät abends. Der Lage direkt am Äqua­tor geschul­det, herr­schen in Kenia und im nörd­li­chen Tan­sa­nia qua­si immer eine Tag- und Nacht­glei­che. Die Son­ne geht mor­gens pünkt­lich gegen 6:30 auf und um 6:30 am Abend wie­der unter. Eine Safa­ri ist somit nichts für Lang­schlä­fer. Wir sind jeden Mor­gen gegen 5:30 auf­ge­stan­den und saßen kurz nach 6:00 im Fahr­zeug. Belohnt wur­den wir durch sehr vie­le spek­ta­ku­lä­re Son­nen­auf­gän­ge. Ab ca. 10:00 Uhr wird es zuneh­mend hei­ßer und die Tie­re hal­ten Mit­tags­ru­he - dem soll­te man sich ruhig anschlie­ßen und das Camp sowie ein tol­les Mit­tag­essen genie­ßen. Nach­mit­tags kön­nen dann die Fotos gesich­tet und gesi­chert wer­den. Eine Nach­mit­tag­spirsch­fahrt beginnt dann typi­scher­wei­se gegen 16:00 Uhr und dau­ert spä­tes­tens bis 19:00 Uhr, bis dahin müs­sen die meis­ten Parks auch ver­las­sen wer­den. Der Abschluss ist in der Regel wie­der ein tol­ler Son­nen­un­ter­gang. Der Abend klingt dann am Lager­feu­er („Bush­man-TV“), ger­ne mit einem Gin Tonic, Tus­ker (Kenia­ni­sches Bier), Kili­man­ja­ro (Tan­sa­ni­sches Bier) oder auch exo­ti­schem Frucht­cock­tail und einem anschlie­ßen­dem Abend­essen aus. Gegen 22:00 Uhr ist man dann in der Regel tod­mü­de. BTW: Ich habe noch nir­gend­wo eine sol­che Dun­kel­heit erlebt wie in einer mond­lo­sen Nacht in Afri­ka.

Game Drive

Was bedeu­tet eigent­lich das Wort „Game Dri­ve“?

Im Eng­li­schen bedeu­tet das Wort „Game“ sowohl „Spiel“ als auch „Wild­tier“. Letz­te­re Bedeu­tung ist hier gemeint, es han­delt sich also um eine Wild­be­ob­ach­tungs­fahrt oder „Pirsch­fahrt“.

Gesundheit

Für die Ein­rei­se in Kenia und Tan­sa­nia wer­den kei­ne beson­de­ren Imp­fun­gen ver­langt. Eine Aus­nah­me gilt aller­dings: Wenn man aus Kenia in Tan­sa­nia ein­reist, ist eine Gelb­fie­ber-Imp­fung Pflicht. Der Impf­aus­weis wird auch tat­säch­lich beim Grenz­über­tritt durch einen Health-Offi­cer über­prüft.

Sowohl Kenia als auch Tan­sa­nia sind Mala­ria-Ende­mie-Gebie­te, dies gilt ins­be­son­de­re an den Küs­ten und am Lake Vic­to­ria. Emp­foh­len wird daher eine Mala­ria-Pro­phy­la­xe. Wir haben die­se kon­se­quent mit MALARONE durch­ge­führt (eine Tablet­te pro Tag) und die­se auch gut ver­tra­gen. Wich­tig ist aber auch der Schutz vor dem Mücken­stich. Die Mala­ria-Mücke ist däm­me­rungs- und nacht­ak­tiv. Daher soll­te man in die­ser Zeit unbe­dingt lan­ge, wenn mög­lich stich­si­che­re Klei­dung tra­gen sowie ein Repel­lent (z.B. Doc­tan*) ver­wen­den. Zudem haben wir vor der Rei­se unse­re Klei­dung noch mit einem Repel­lent (Nobi­te*) imprä­gniert. Nachts soll­te ein Mücken­netz über dem Bett ver­wen­det wer­den. Ich selbst habe wäh­rend der Rei­sen kei­nen ein­zi­gen Mücken­stich bemerkt.

In der Seren­ge­ti gibt es zudem die Tse­T­se-Flie­ge, die die Schlaf­krank­heit über­tra­gen kann. Aller­dings tritt die­se bei Tou­ris­ten nur sehr sel­ten und bei sehr lan­gen Auf­ent­hal­ten auf, ein ein­zi­ger Biss reicht offen­bar dazu nicht aus. Unser Tan­sa­ni­scher Gui­de, Arnold, kann­te aus eige­ner Erfah­rung kei­nen ein­zi­gen Erkran­kungs­fall. Die Tse­T­se-Flie­ge ist pene­trant, ähn­lich den Brem­sen bei uns und tritt manch­mal in Schwär­men auf, wir haben dann jeweils eini­ge davon mit blo­ßen Hän­den und impro­vi­sier­ten Flie­gen­klat­schen erlegt. Unse­re Repellents haben sie übri­gens nicht sehr beein­druckt. Auch bei den Tse­T­se-Flie­gen ist geschlos­se­ne Klei­dung der bes­te Schutz. Die­se soll­te zudem nicht dun­kel sein.

Direkt am Äqua­tor und in 1200-1600m Höhe ist die Son­nen­eintrah­lung gewal­tig. Eine Kopf­be­de­ckung sowie Son­nen­schutz­creme mit hohem Licht­schutz­fak­tor ist daher unab­ding­bar.

Essen & Trinken

„Cook it, peel it or for­get it“, die­ser Regel soll­te man sowohl in Kenia, als auch in Tan­sa­nia fol­gen. Die Trink­was­ser-Qua­li­tät ist teil­wei­se schlecht, das Was­ser ent­hält häu­fig Krank­heits­er­re­ger, so dass man auf damit gewa­sche­ne unge­koch­te Nah­rungs­mit­tel ver­zich­ten soll­te - auch wenn das bei den phan­tas­ti­schen Salat- und Obst-Buf­fets sehr schwer fällt. Auch Eis­wür­fel in Geträn­ken sind unter Umstän­den kon­ta­mi­niert. Zum Zäh­ne­put­zen ste­hen in allen Unter­künf­ten Mine­ral­was­ser­fla­schen zur Ver­fü­gung. In bes­se­ren Lod­gen oder Camps wird aller­dings inzwi­schen Mine­ral­was­ser auch zum Waschen der Lebens­mit­tel ver­wen­det, so dass wir dort nun auch Sala­te geges­sen haben, was uns auch gut bekom­men ist. Dazu muss man aber dem Küchen­per­so­nal ver­trau­en.

Das Essen ist in den Camps und Lod­ges sehr gut und reich­hal­tig. Meist gibt es umfang­rei­che Buf­fets. An Fleisch gibt es gewohn­tes: Huhn, Rind, Lamm, häu­fig mit einem „ori­en­ta­li­schen“ Touch. Da in Kenia und Tan­sa­nia nicht gejagt wird, kommt ein­hei­mi­sches Wild nicht auf den Tisch. Wer unbe­dingt Anti­lo­pen­steaks o. ä. essen möch­te, muss dazu wei­ter in den Süden nach Nami­bia oder Süd­afri­ka rei­sen.

Die Bars in den Camps und Lod­ges sind sehr gut bestückt. Wir haben am Abend am Leger­feu­er ger­ne einen Gin Tonic oder ein loka­les Lager-Bier genos­sen. In Kenia gibt es z.B. das Tus­ker (von den Ein­hei­mi­schen „Ele­phant soup“ genannt), in Tan­sa­nia das Kili­man­ja­ro. Es gibt aber auch sehr schmack­haf­te nicht­al­ko­ho­li­sche exo­ti­sche Frucht­cock­tails. Die Süd­afri­ka­ni­schen Wei­ne sind eben­so sehr zu emp­feh­len.

(* = Affi­li­ate­l­ink)