DJI Air 3 - erste Erfahrungen in der Fotografie

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DJI Air 3 in air

Wie ich hier bereits berich­tet hat­te, habe ich mir die neue DJI Air 3 bereits direkt an ihrem Erschei­nungs­tag bestellt. Inzwi­schen ist die neue Droh­ne bei mir ein­ge­trof­fen. Lei­der war das Wet­ter in den ver­gan­ge­ne Tagen nicht sehr gut, so dass ich bis­her nur wenig Test-Gele­gen­hei­ten hat­te. Hier daher etwas ver­zö­gert ein Bericht zu mei­nem ers­ten Ein­druck aus foto­gra­fi­scher Perspektive.

Ich habe mir wie­der direkt die DJI Air 3 Fly-More-Com­bo* bestellt, die neben der Droh­ne und der Fern­be­die­nung noch zwei Zusatz­ak­kus, ein genia­les 3fach Lade­dock, Ersatz­pro­pel­ler und eine Umhän­ge­ta­sche, in die alles zusam­men her­ein­passt, ent­hält. Sicher­heits­hal­ber habe ich auch gleich - wie bis­her bei allen mei­nen DJI Droh­nen - das Care-Refresh Paket für 1 Jahr abge­schlos­sen. Obwohl ich die­ses bis­her noch nie nut­zen muss­te, gibt das doch ein gewis­ses Sicherheitsgefühl.

Über das Unboxing möch­te ich hier nicht wei­ter berich­ten, dazu gibt es bereits unzäh­li­ge Vide­os bei You­tube. Auch die gro­ben tech­ni­schen Daten set­ze ich als bekannt voraus.

Aus­ge­packt macht die Droh­ne einen sehr wer­ti­gen Ein­druck. Ich hat­te zuvor ja bereits das Vor­gän­ger­mo­dell, die Air 2s. Die Air 3 ist noch ein­mal deut­lich grö­ßer und schwe­rer gewor­den, dies fällt ins­be­son­de­re im direk­ten Ver­gleich mit der Mini 3 Pro auf. Die Rotor-Aus­le­ger klap­pen wei­ter aus, die Rotor­bät­ter sind noch ein­mal grö­ßer gewor­den als bei der Vor­gän­ge­rin. Alles wirkt aus­ser­or­dent­lich sta­bil, die Gelen­ke haben einen guten Wider­stand beim Aus­klap­pen, nichts wackelt.

C1 Zertifizierung

Die neue Air 3 ist bereits bei der Aus­lie­fe­rung in der EU-Droh­nen­klas­se C1 zer­ti­fi­ziert, wie ein Auf­kle­ber an ihrer Unter­sei­te bestä­tigt. Das erlaubt es auch noch ab dem 1. 1. 2024, wenn die neue EU Droh­nen­ver­ord­nung scharf geschal­tet wird, in der Kate­go­rie Open A1 zu flie­gen. Open A1 ist die Kate­go­rie mit den gerings­ten Ein­schrän­kun­gen, in der bis­her nur Droh­nen unter 250 Gramm flie­gen durf­ten. Nähe­re Infor­ma­tio­nen zu den Droh­nen­ka­te­go­rien und Klas­si­fi­zie­run­gen gibt es direkt beim Luft­fahrt­bun­des­amt (LBA).

Für den Betrieb der Air 3 muss man aller­dings den klei­nen EU-Droh­nen­füh­rer­schein (EU-Kom­pe­tenz­nach­weis) besit­zen und beim LBA als Droh­nen­pi­lot regis­triert sein. Dann darf man mit der DJI Air 3 in der Droh­nen­klas­se C1 auch in der Nähe von Men­schen flie­gen. Auch der Min­dest­ab­stand von 150 Metern zu Wohn- und Gewer­be­ge­bie­ten muss nicht mehr ein­ge­hal­ten wer­den. Unbe­tei­lig­te Per­so­nen dür­fen mit der Air 3 aller­dings nicht über­flo­gen wer­den, anders als mit Droh­nen unter 250 g.

Kennzeichnungspflicht

Die DJI Air 3 muss vor ihrem ers­ten Ein­satz dop­pelt gekenn­zeich­net werden: 

Die bei der Regis­trie­rung als UAS-Betrei­ber vom Luft­fahrt­bun­des­amt (LBA) erhal­te­ne UAS-Betrei­ber-ID muss außen an der Droh­ne les­bar ange­bracht wer­den. Zusätz­lich muss sie nun auch in die Firm­ware der Air 3 ein­ge­tra­gen wer­den. Die Droh­ne sen­det dann im Betrieb per­ma­nent ihre ID aus. Die Ein­tra­gung der Betrei­ber-ID erfolgt in der DJI Fly App. Eine Droh­nen­ver­si­che­rung ist natür­lich wei­ter­hin notwendig!

Jungfernflug

Wegen des schlech­ten Wet­ters ver­zö­ger­te sich der ers­te Ein­satz der Droh­ne etwas. Für den Jung­fern­flug nahm ich die Droh­ne wie­der mit auf unse­ren Haus­berg, den Desen­berg bei War­burg. Dort hat­te ich bereits das Vor­gän­ger­mo­dell Air 2s zum ers­ten Mal getes­tet.

Wie schon in mei­nen frü­he­ren Droh­nen­ar­ti­keln mehr­fach erwähnt, ver­wen­de ich mei­ne Droh­nen haupt­säch­lich für die Foto­gra­fie. Dies war daher auch der Schwer­punkt mei­ner ers­ten Tests. Ins­be­son­de­re inter­es­sier­te mich die Bild­qua­li­tät der bei­den Kame­ras, die nun in der Air 3 ver­baut sind. Neben der inzwi­schen übli­chen Weit­win­kel­op­tik ver­fügt die Air 3 nun zusätz­lich über eine leich­te Tele­op­tik, die vom Bild­win­kel her einem 70mm KB-Objek­tiv entspricht. 

Somit habe ich nun auch in der Luft den Brenn­wei­ten­be­reich des von mir bevor­zug­ten 24-70mm Objek­tivs an mei­ner EOS R5 zur Ver­fü­gung. Hier zwei ers­te Auf­nah­men mit den bei­den Objektiven:

Desen­berg, DJI Air 3, 24mm, f/1.7, 1/3000, ISO 100
Desen­berg, DJI Air 3, 70mm, f/2.8, 1/1000, ISO 100

Wie immer, habe ich alle hier gezeig­ten Auf­nah­men im RAW For­mat auf­ge­nom­men. Die DJI Air 3 erlaubt die Spei­che­rung der Bil­der ent­we­der als JPG-Datei, als DNG-Datei oder in bei­den For­ma­ten gleich­zei­tig. Das ist bes­ser gelöst als bei der Mini 3 Pro, bei der sich die JPG-Datei­en nicht abschal­ten las­sen. Da ich die­se nicht benö­ti­ge, muss ich sie dort immer manu­ell löschen.

Bei­de Bil­der wur­den mit der höchs­ten Auf­lö­sung der Sen­so­ren von 48 Mega­pi­xel auf­ge­nom­men. Im Gegen­satz zur klei­nen DJI Mini 3 Pro* ist der 48-Mega­pi­xel-Modus in der Air 3 nun bes­ser inte­griert. Er funk­tio­niert nun auch mit Belich­tungs­rei­hen (aller­dings nur mit 3 Auf­nah­men) und im Serienbildmodus.

Die bei­den DNG-Datei­en habe ich in mei­nem übli­chen Work­flow in Ado­be Ligh­t­room Clas­sic 12.4 ent­wi­ckelt. Auf­grund des rela­tiv hohen Dyna­mik­um­fangs wur­den die Lich­ter deut­lich abge­senkt (-77) und die Tie­fen ange­ho­ben (+72). Da bei­de Kame­ras über iden­ti­sche Sen­so­ren (sta­cked design, 1/1,3 Zoll) ver­fü­gen, ist die Farb­wie­der­ga­be iden­tisch, was ich als gro­ßen Vor­teil emp­fin­de. Die län­ge­re Brenn­wei­te ermög­licht neue Per­spek­ti­ven mit einer sicht­ba­ren Kom­pres­si­on des Hintergrundes.

Die Bild­qua­li­tät der bei­den Kame­ras fin­de ich in Anbe­tracht der klei­nen Sen­sor­grö­ße ins­ge­samt sehr gut. Hier jeweils 200% Crops der bei­den Aufnahmen:

Desen­berg, DJI Air 3, 24mm f/1,7, 200% Crop
Desen­berg, DJI Air 3, 70mm f/2.8, 200% Crop

Bei bei­den Auf­nah­men ist bei der star­ken Ver­grö­ße­rung auf­grund des klei­nen Sen­sor­for­mats trotz ISO 100 schon ein leich­tes Rau­schen zu erken­nen. Ins­ge­samt fin­de ich die Bild­qua­li­tät aber sehr anspre­chend. Ger­ne ver­wen­de ich auch die ein­ge­bau­ten Pan­ora­ma­mo­di mei­ner Droh­nen. Hier noch ein paar bear­bei­te­te Pan­ora­ma­bil­der von mei­ner ers­ten Desenberg-Tour:

Desen­berg, 3x3 Pan­ora­ma mit der DJI Air 3
Desen­berg im Gegen­licht, 3x3 Pan­ora­ma mit der DJI Air 3

Und zum Abschluss des Jung­fern­flugs noch ein klei­nes „Litt­le Planet“-Panorama, das ich mit PTGui aus den 33 Ein­zel-Auf­nah­men im sphä­ri­schen Pan­ora­ma­mo­dus der Air 3 ent­wi­ckelt habe:

Desen­berg­pan­ora­ma

Lei­der unter­stützt die Air 3 im Pan­ora­ma­mo­dus nur die 24mm Kame­ra mit 12 Mega­pi­xel Ein­zel­bil­dern. Aller­dings ergibt sich auch damit bei 3x3 Pan­ora­men bereits eine Auf­lö­sung von ca. 45 Mega­pi­xeln (8000 x 5632 px), was in den meis­ten Fäl­len sicher­lich aus­rei­chend sein dürf­te. Falls noch höhe­re Auf­lö­sun­gen gewünscht wer­den, müss­ten die Ein­zel­auf­nah­men dann manu­ell erstellt werden.

Vergleich mit DJI Mini 3 Pro und Vollformatkamera

Da auch mei­ne Mini 3 Pro einen 1/1,3 Zoll Sen­sor mit 24 mm KB äqui­va­len­ter Brenn­wei­te besitzt, lag es nahe, die bei­den Kame­ras mit­ein­an­der zu ver­glei­chen. Laut DJI wur­de in der neu­en Air 3 ein neu­er Sen­sor­typ ver­baut, der bei glei­cher Grö­ße wie die Mini 3 Pro eine bes­se­re Bild­qua­li­tät lie­fern soll. Er soll auch bes­ser sein als der Sen­sor der Vor­gän­ger­ka­me­ra Air 2s, der mit 1 Zoll deut­lich grö­ßer war.

24mm Kamera

Ich wähl­te als Test­mo­tiv wie­der ein­mal wegen der bes­se­ren Ver­gleich­bar­keit den Blick aus mei­nem Fens­ter. Das Motiv ist eini­gen viel­leicht bereits aus mei­nem frü­he­ren Ver­gleichs­test der DJI Mini 3 Pro mit der DJI Air 2s vertraut.

Ich habe bei­de Droh­nen direkt über­ein­an­der posi­tio­niert und die bei­den Ver­gleichs­bil­der mit mini­ma­ler Zeit­ver­zö­ge­rung auf­ge­nom­men. Bei­de Bil­der wur­den mit den glei­chen Ein­stel­lun­gen (ISO 100, f/1.7, 1/1250) auf­ge­nom­men und mit den glei­chen Ein­stel­lun­gen in Ado­be Ligh­t­room Clas­sic 12.4 bearbeitet:

Hier zunächst die Gesamt­über­sicht der bei­den Bilder:

DJI Air 3, f/1.7, 1/1250, ISO 100
DJI Mini 3 Pro, f/1.7, 1/1250, ISO 100

Auf den ers­ten Blick sind die Auf­nah­men nicht sehr unter­schied­lich. Was sofort auf­fällt ist, dass der Bild­aus­schnitt der Air 3 etwas klei­ner ist als der der DJI mini 3 Pro. Dies liegt ver­mut­lich dar­an, dass in der DNG-Datei der Air 3 bereits ein Objek­tiv­pro­fil ent­hal­ten ist, das Ligh­t­room auto­ma­tisch anwen­det und damit das Bild schein­bar etwas beschnei­det. Bei der Mini 3 Pro fehlt die­ses Profil.

Alles in allem ist die Qua­li­tät der bei­den Kame­ras - zumin­dest in der hier gezeig­ten Auf­lö­sung von effek­tiv gut 3 Mega­pi­xeln - nicht zu bean­stan­den. Wie sieht es nun in der Ver­grö­ße­rung aus?

Bilddetails

Dazu habe ich wie­der in Ado­be Ligh­t­room Clas­sic 12.4 die Bil­der in einer stark ver­grö­ßer­ten Ver­gleichs­an­sicht neben­ein­an­der gestellt. Im Fol­gen­den zei­ge ich die ent­spre­chen­den Screen­shots. Hier zunächst ein auf 400% ver­grö­ßer­ter Aus­schnitt aus der Mit­te des obi­gen Bildes:

Ver­gleich DJI Air 3 vs DJI Mini 3 Pro, 400%

Ins­ge­samt ist die Schär­fe der bei­den Bil­der auf den ers­ten Blick ver­gleich­bar. Mei­ner Mei­nung nach zeigt aber das rech­te Bild der Mini 3 Pro deut­lich mehr Arte­fak­te. Offen­sicht­lich fin­det hier bereits in der Droh­ne eine stär­ke­re Bear­bei­tung und ins­be­son­de­re Schär­fung der RAW-Daten statt. Das Bild wirkt unru­hi­ger, was sich beson­ders in den Fugen zwi­schen den Zie­geln zeigt, wo schwar­ze Lini­en dar­ge­stellt wer­den, die dort nicht hin­ge­hö­ren. Zur bes­se­ren Ver­an­schau­li­chung hier noch etwas wei­ter ver­grö­ßer­te Aus­schnit­te im Vergleich:

Ver­gleich DJI Air 3 vs DJI Mini 3 Pro, 800%

Ins­ge­samt erscheint mir das lin­ke Bild der Air 3 deut­lich ruhi­ger, es sind weni­ger Arte­fak­te zu sehen, es wirkt deut­lich „ana­lo­ger“. Noch deut­li­cher wird der Unter­schied bei den Fens­tern des Gebäu­des rechts oben. Hier noch zwei Aus­schnit­te davon in 400% Vergrößerung:

Ver­gleich DJI Air 3 vs DJI Mini 3 Pro, 400%

Hier sieht man beson­ders im rech­ten Bild der Mini 3 Pro im Fens­ter­rah­men unten links deut­li­che schwar­ze Lini­en in eigent­lich glat­ten Flä­chen. Um genau zu zei­gen, was ich mei­ne, habe ich das Fens­ter unten noch stär­ker ver­grö­ßert (1600%):

Ver­gleich DJI Air 3 vs DJI Mini 3 Pro, 1600%

Hier ist die lin­ke Auf­nah­me der Air 3 deut­lich bes­ser. Für den Fall, dass jemand meint, dass die­se Lini­en viel­leicht doch exis­tie­ren, zei­ge ich zum direk­ten Ver­gleich einen ver­grö­ßer­ten Aus­schnitt aus der glei­chen Regi­on und von der glei­chen Auf­nah­me­po­si­ti­on mit mei­ner Canon EOS R5, eben­falls mit 24mm Brennweite:

Canon EOS R5, 1600%

Und wenn wir schon beim Ver­gleich mit der Voll­for­mat­ka­me­ra sind: Hier noch ein Ver­gleich der ers­ten bei­den Auf­nah­men aus der Bild­mit­te mit der mei­ner Canon EOS R5 mit eben­falls 24mm (jeweils rechts im Bild):

Ver­gleich DJI Mini 3 Pro vs Canon EOS R5, 400%
Ver­gleich DJI Air 3 vs Canon EOS R5, 400%

Ich habe an mei­ner Canon EOS R5 das RF 24-105 f/4L Objek­tiv mit 24mm Brenn­wei­te und f/5.6 ver­wen­det. Wie die Bild­bei­spie­le zei­gen, ist die Auf­nah­me­qua­li­tät mit der Voll­for­mat­ka­me­ra immer noch deut­lich bes­ser. Es wäre auch trau­rig, wenn das nicht so wäre. 

Der Ver­gleich ist natür­lich sehr unfair. Allein das Canon Objek­tiv kos­tet mehr als die DJI Air 3 und wiegt allei­ne bereits so viel wie die kom­plet­te Droh­ne. Wenn man mit einer Droh­ne eine sol­che Bild­qua­li­tät errei­chen möch­te, müss­te man wohl zum Bei­spiel zur DJI Inspi­re 3 grei­fen - das wäre dann aller­dings eine völ­lig ande­re Preis- und Gewichts­klas­se. Außer­dem ist bei der Ver­gleichs­auf­nah­me mit der Canon R5 auch die Son­ne her­aus­ge­kom­men, was zusätz­lich für deut­lich bes­se­re Kon­tras­te in dem Bild sorgt.

Dynamikumfang

Sen­so­ren mit einem gro­ßen Dyna­mik­um­fang zeich­nen sich dadurch aus, dass sie auch noch aus dun­keln Bild­be­rei­chen Details auf­zeich­nen, die in der Nach­be­ar­bei­tung wie­der her­aus­ge­ar­bei­tet wer­den kön­nen. In Ligh­t­room erreicht man dies mit dem „Tiefen“-Regler.

Um die neue DJI Air 3 mit der Mini 3 Pro in die­ser Hin­sicht ver­glei­chen zu kön­nen, habe ich aus dem obi­gen Bild unten rechts einen dunk­len Aus­schnitt gewählt und in Ligh­t­room Clas­sic den „Tiefen“-Regler auf den Maxi­mal­wert +100 gestellt. Dabei ergibt sich in 400% Ver­grö­ße­rung das fol­gen­de Vergleichsbild:

Ver­gleich DJI Air 3 vs DJI Mini 3 Pro, Tie­fen +100, 400%

Auf dem lin­ken Bild der Air 3 zei­gen sich hier doch sicht­bar mehr Details, was man ins­be­son­de­re am Fahr­rad und dem Hen­kel des Plas­tik­ei­mers sehen kann. Das bun­te Motiv auf dem blau­en Plas­tik­ei­mer kann man auf bei­den Bil­dern nicht erken­nen. Auch hier fal­len im direk­ten Ver­gleich wie­der die sehr unru­hig wir­ken­den Arte­fak­te der Mini 3 Pro auf. Das Bild der Air 3 wirkt auch hier deut­lich ruhiger. 

Den­noch kom­men hier die klei­nen Sen­so­ren doch sicht­bar an ihre Gren­zen, wenn man ihre Bil­der mit einer Auf­nah­me von einem Voll­for­mat Sen­sor ver­gleicht. Hier ein ent­spre­chen­der Aus­schnitt der Auf­nah­me mit der Canon EOS R5 bei 24mm:

Canon EOS R5, 400%, Tie­fen +100

Das ist halt der Bereich, wo ein gro­ßer Sen­sor wirk­lich glänzt. Bei der Auf­nah­me mit der Canon EoS R5 kann man sogar Win­nie Puuh und Tig­ger auf dem Eimer erken­nen, die bei­den DJI Droh­nen zei­gen da nur ein far­bi­ges Rauschen.

Trotz allem schla­gen sich die klei­nen Kame­ras der DJI Droh­nen mei­ner Ansicht nach aber über­ra­schend gut. Ich habe kei­ner­lei Beden­ken, von den Auf­nah­men auch groß­for­ma­ti­ge Abzü­ge zu erstel­len und habe dies auch bereits des öfte­ren gemacht. 

70mm Kamera

Eine sehr will­kom­me­ne Zuga­be der DJI Air 3 gegen­über mei­ner Mini 3 Pro ist das zusätz­li­che zwei­te Objek­tiv mit einer KB-äqui­va­len­ten Brenn­wei­te von 70mm. Da die Mini 3 Pro hier pas­sen muss, habe ich es nur mit mei­ner Canon EOS R5 ver­gli­chen. An die­ser habe ich das RF 24-105 bei 70mm Brenn­wei­te und F /5.6 ver­wen­det. Zunächst wie­der die bei­den Übersichtsaufnahmen:

DJI Air 3, 70mm, f/2.8, 1/800, ISO 100
Canon EOS R5, 70mm, f/5.6, 1/400, ISO 100

Ich habe bei­de Auf­nah­men wie­der in mei­nem gewohn­ten Work­flow in Ado­be Ligh­t­room bear­bei­tet und zusätz­lich die Belich­tung und den Weiß­ab­gleich der Canon-Auf­nah­me etwas an die der DJI Air 3 ange­passt. Bis auf den unter­schied­li­chen Bild­aus­schnitt (DJI 3:4, Canon 2:3) sind die Auf­nah­men in der Über­sicht durch­aus vergleichbar.

Nun aber zu den Details. Ich begin­ne wie­der mit 400% ver­grö­ßer­ten Aus­schnit­ten aus dem Bild­zen­trum mit der Kirchturmuhr:

DJI Air 3 vs Canon EOS R5, 70mm, 400%

Und hier noch ein wei­te­res Bild vom rech­ten Bildrand:

DJI Air 3 vs Canon EOS R5, 70mm, 400%

Hier gewinnt die Canon EOS R5 erwar­tungs­ge­mäß deut­lich. Sie zeigt jeweils in den rech­ten Bild­aus­schnit­ten viel mehr Details und auch einen deut­lich bes­se­ren Kon­trast zwi­schen Zei­gern und Ziffernblatt. 

Auf­fäl­lig sind bei der DJI Air 3 Farb­ar­te­fak­te in den Uhr­zei­gern und ins­be­son­de­re im Laub des Bau­mes. Die­se sind mei­ner Ansicht nach im Quad Bay­er Design des Sen­sors begrün­det. Die­ser hat eine nomi­na­le Auf­lö­sung von 48 Mega­pi­xeln, die Farb­fil­ter decken jedoch immer vier Sen­sor­pi­xel gleich­zei­tig ab, so dass die Farb­auf­lö­sung nur der­je­ni­gen eines 12 Mega­pi­xel Sen­sors im klas­si­schen Bay­er Design entspricht. 

Da so nicht für jedes Bild­pi­xel die zuge­hö­ri­ge Far­be bestimmt wer­den kann, muss die­se aus den Farb­infor­ma­tio­nen der umge­ben­den Sen­so­ren erra­ten wer­den. Dies funk­tio­niert eben im Quad Bay­er Design deut­lich schlech­ter als bei klas­si­schen Bay­er Sen­so­ren. Nähe­res dazu habe ich einem frü­he­ren Arti­kel zur DJI Mini 3 Pro erläutert. 

Résumé

Trotz­dem bin ich mit der Leis­tung der Air 3 und auch der Mini 3 Pro sehr zufrie­den. Wobei die Air 3 noch etwas bes­se­re Bil­der macht als die Mini 3 Pro. Ich hof­fe, dass die Air 3 bald auch von DxO Pho­to­lab und Pure­RAW unter­stützt wird. Die Ergeb­nis­se aus der Mini 3 Pro wur­den dadurch noch ein­mal leicht ver­bes­sert.

Ich wer­de auf jeden Fall bei­de Droh­nen vor­erst behal­ten, da sie sich mei­ner Mei­nung nach sehr gut ergän­zen. Der Vor­teil der Mini 3 Pro ist nach wie vor ihr unschlag­bar gerin­ges Gewicht, so dass man sie prak­tisch immer dabei haben kann.

Die Air 3 ist ein ganz ande­res Kali­ber. Er fliegt schnel­ler, wei­ter und län­ger und bleibt auch sta­bi­ler in der Luft. Bei den obi­gen Auf­nah­men am Desen­berg war es sehr win­dig, laut mei­ner UAV Fore­cast App (die ich jedem emp­feh­len kann) gab es Böen bis zu 41km/h. Die DJI Air stand trotz­dem wie ein Fels in der Bran­dung. Die Mini 3 Pro hät­te ich unter die­sen Bedin­gun­gen nicht eingesetzt. 

Die zwei­te 70mm Optik der Air 3 ist ein ech­ter Zuge­winn. Ich freue mich bereits sehr dar­auf, damit bald in unse­rem anste­hen­den Schweiz Urlaub neue Moti­ve zu fin­den. Dann folgt hier viel­leicht bald ein wei­te­rer Artikel…

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Florian Graf

    Tol­ler aus­führ­li­cher Vergleich!
    Habe mir kürz­lich die Air 3 zuge­legt und bin eigent­lich sehr zufrie­den sowohl mit den Flug­ei­gen­schaf­ten als auch von der Bild­qua­li­tät in Anbe­tracht des doch recht klei­nen Sensors.
    Ledig­lich mit den Pan­ora­ma Auf­nah­men muss ich noch expe­ri­men­tie­ren, hat­te hier bis­her nur jpg ein­ge­stellt. Beim stit­chen der Ein­zel­bil­der in z. B. Ligh­t­room ent­ste­hen oft unschö­ne Kanten.
    Das hof­fe ich wird mit dem dng For­mat besser.
    Hat­te zuvor die Mavic 2 Pro und war mit deren Pan­ora­ma­fo­tos sehr zufrieden.
    Wenn das mit der Air 3 noch bes­ser wird durch dng dann bin ich soweit zufrieden.

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