Erstes Firmware-Update für die Canon EOS R5 verfügbar

Erstes Firmware-Update für die Canon EOS R5 verfügbar

Kaum ist sie einen Monat ver­füg­bar, schon bekommt die Canon EOS R5 das ers­te Firm­ware-Update. Seit heu­te ist auf der Canon Euro­pa Web­site die Firm­ware Ver­si­on 1.1.0 zum Down­load ver­füg­bar. Neben Feh­ler­kor­rek­tu­ren im Menu, einer wei­te­ren Ver­bes­se­rung der Bild­sta­bi­li­sie­rung bei „bestimm­ten RF-Objek­ti­ven“, einer Ver­bes­se­rung der Zugriffs­zeit bei „bestimm­ten CFex­press Kar­ten“ und der Kon­nek­ti­vi­tät bei FTP-Über­tra­gun­gen ist sicher das wich­tigs­te und am meis­ten erhoff­te Update eine 

Verbesserung der Aufnahmezeiten bis die Kamera überhitzt.

Zwar ist das Über­hit­zungs-Pro­blem auch mit der neu­en Firm­ware nicht voll­stän­d­ug gelöst, aber die nun mög­li­chen Auf­nah­me­zei­ten wur­den doch spür­bar ver­län­gert. Zudem steht die Kame­ra nach einer Abschal­tung wegen Über­hit­zung auch frü­her wie­der für Video­auf­nah­men zur Verfügung. 

Ich habe das Ver­hal­ten soeben selbst über­prüft. Mit der alten Firm­ware konn­te ich etwa 16 Minu­ten in 8K RAW auf­neh­men, bis die Kame­ra wegen Über­hit­zung abschal­te­te. Die neue Firm­ware erlaub­te nun 20 Minu­ten Auf­nah­me­zeit. Eine hal­be Stun­de danach waren wie­der 5 Minu­ten Auf­nah­me­zeit verfügbar.

Jor­don Dra­ke von DPRe­view hat das Ver­hal­ten mit der neu­en Firm­ware bereits aus­führ­li­cher getestet:

Die mög­li­che Auf­nah­me­zeit in sei­nem Test in 8K IPB wur­de mit der neu­en Firm­ware von ca. 20 auf 25 Minu­ten, die Auf­nah­me­zeit in 4K HQ IPB sogar von 30 auf 40 Minu­ten erhöht. Fast noch wich­ti­ger ist, dass die Kame­ra mit der neu­en Firm­ware offen­bar nun auch schnel­ler wie­der ein­satz­be­reit ist. 

In 8K ste­hen nach 30 Minu­ten wie­der 10 Minu­ten Auf­nah­me­zeit (vor­her 5 Minu­ten) zur Ver­fü­gung, nach 1 Stun­de sind es bereits 15 Minu­ten (vor­her 10). In 4K HQ sind nach einer Stun­de Abküh­lung bereits wie­der 20 Minu­ten Auf­nah­me­zeit ver­füg­bar (vor­her 15).

Viel span­nen­der und für mich, der allen­falls nur kur­ze Clips neben­bei auf­neh­men möch­te, wich­ti­ger ist das ver­bes­ser­te Ver­hal­ten bei kur­zen Clips, das Gor­don Leign in sei­nem Video aus­führ­lich getes­tet hat:

Er hat dazu im Abstand von jeweils 30 Sekun­den jeweils einen 30 Sekun­den Clip in 4K-120 auf­ge­nom­men und die Kame­ra zwi­schen den Clips jeweils 30 Sekun­den aus­ge­schal­tet. Mit der ursprüng­li­chen Firm­ware konn­te er so ins­ge­samt 22x 30 Sekun­den Clips auf­neh­men, also 11 Minu­ten Film, bis die EOS R5 wegen Über­hit­zung abschal­te­te. Mit der neu­en Firm­ware 1.1.0. wur­de die­ses Ver­hal­ten nun dra­ma­tisch ver­bes­sert. Nun erlaub­te die Kame­ra die Auf­nah­me von ins­ge­samt 96 Clips, also 48 Minu­ten Film, bis zur Abschaltung.

Ein wich­ti­ger Aspekt, den er erwähnt, ist noch, dass die Kame­ra am schnells­ten abkühlt, wenn sie kom­plett über den Haupt­schal­ter aus­ge­schal­tet ist. Jede Akti­on in den Menus oder Foto­auf­nah­men ver­zö­gern die Abküh­lung deut­lich. Selbst rei­nes Foto­gra­fie­ren kann die Kame­ra über­hit­zen. Das hat­te ich bei mei­nem Zoo-Besuch am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de (wohl­ge­merkt noch mit der alten Firm­ware) selbst erlebt.

Obwohl ich nicht gefilmt habe, erschien nach etwa 2 Stun­den und ca. 300 Auf­nah­men (teil­wei­se im schnel­len Seri­en­bild­mo­dus) die Über­hit­zungs­war­nung am Bild­schirm und die mög­li­che Film­auf­nah­me­zeit wur­de mit 0:00 Minu­ten ange­zeigt. Ich hat­te die Kame­ra aller­dings wäh­rend der gesam­ten Zeit ein­ge­schal­tet gelas­sen und konn­te trotz der War­nung pro­blem­los wei­ter unein­ge­schränkt foto­gra­fie­ren. Aber die Abkühl­zeit konn­te mit dem Firm­ware-Update eben­falls ver­bes­sert wer­den, wie bereits Jor­don Dra­ke fest­ge­stellt hat­te. Ich bin gespannt, ob die Über­hit­zungs-War­nung mit der neu­en Firm­ware wei­ter­hin auch beim rei­nen foto­gra­fie­ren auftritt.

Mit der ursprung­li­chen Firm­ware haben bereits meh­re­re Tes­ter die Erfah­rung gemacht, dass die Abkühl­zeit von der Kame­ra offen­bar starr über einen Timer vor­ge­ge­ben wur­de und die Aus­sen­tem­pe­ra­tur weit­ge­hend unbe­rück­sich­tigt blieb. Nach Aus­sa­ge von Gor­don Lai­gn hat ihm Canon mit­ge­teilt, dass die EOS R5 ins­ge­samt drei Ther­mo­sen­so­ren nutzt, zwei mes­sen die inter­ne und einer die Aus­sen­tem­pe­ra­tur. Die Aus­wer­tung die­ser Sen­so­ren hat Canon nun ver­än­dert, sie wer­den öfter aus­ge­le­sen und der exter­ne Sen­sor wird nun wohl ver­mehrt berücksichtigt.

Um dies zu über­prü­fen, hat Gor­don Lai­gn sei­nen Kühl­schrank genutzt. In sei­nem Test benö­tig­te die EOS R5 mit neu­er Firm­ware zuvor bei Raum­tem­pe­ra­tur 32 Minu­ten, bis wie­der die vol­le Auf­nah­me­zeit zur Ver­fü­gung stand. In dem zwei­ten Test leg­te er sie in sei­nen Kühl­schrank, dabei war dann bereits nach 12 Minu­ten wie­der die vol­le Auf­nah­me­zeit verfügbar.

Ich habe bei mir das Firm­ware-Update bereits instal­liert. Der Vor­gang war (wie bis­her von Canon gewohnt) problemlos. 

Etwas irri­tie­rend war, dass anfangs für gut 60 Sekun­den der Update­pro­zess bei 0% ste­hen­blieb - ich hat­te schon einen Absturz befürch­tet - aber dann lief er pro­blem­los durch. Ins­ge­samt benö­tig­te das Update ca. 6 1/2 Minu­ten. Den tech­ni­schen Fort­schritt kann man auch an der Grö­ße der Firm­ware able­sen: Die Firm­ware­da­tei der EOS 5R ist 45MB groß, die der 5DS R benö­tig­te nur 32MB.

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