DxO PureRAW 6 ist da

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Mit DxO Pure­RAW 6 prä­sen­tiert DxO nun bereits die sechs­te Evo­lu­ti­ons­stu­fe sei­ner spe­zia­li­sier­ten KI-gesteu­er­ten RAW-Vor­ver­ar­bei­tung. Im Mit­tel­punkt der Ent­wick­lung stan­den nach Anga­ben von DxO dies­mal drei zen­tra­le Neue­run­gen: Deep­P­RIME XD3 für Bay­er-Sen­so­ren, eine hoch­ef­fi­zi­en­te DNG-Kom­pri­mie­rung und eine KI-gestütz­te Sen­sor­fle­cken-Ent­fer­nung. Außer­dem wur­de Wert auf eine spür­bar beschleu­nig­te Sta­pel­ver­ar­bei­tung gelegt.

Hier die vier wesent­li­chen Neue­run­gen der Ver­si­on 6 nach Anga­be von DxO im Einzelnen:

DeepPRIME XD3 jetzt auch für Bayer-Sensoren

Die wich­tigs­te Neue­rung betrifft die Bild­qua­li­tät selbst: Deep­P­RIME XD3 ist nun nicht mehr nur X-Trans-Sen­so­ren vor­be­hal­ten, son­dern steht auch für Kame­ras mit Bay­er-Sen­so­ren zur Ver­fü­gung – also für den Groß­teil aller aktu­el­len Systeme.

Gera­de bei schwie­ri­gen Auf­nah­me­si­tua­tio­nen zeigt sich der Fort­schritt deutlich:

  • High-ISO-Auf­nah­men mit sicht­bar weni­ger Rauschen
  • Nacht- und Available-Light-Foto­gra­fie mit kla­re­ren Details
  • Land­schafts- und Archi­tek­tur­auf­nah­men mit feins­ter Texturzeichnung

Deep­P­RIME XD3 kom­bi­niert inten­si­ve Rausch­re­duk­ti­on mit prä­zi­ser Detail­re­kon­struk­ti­on. Fei­ne Struk­tu­ren blei­ben erhal­ten, Far­ben wir­ken natür­lich, und Bil­der gewin­nen an Klar­heit, ohne künst­lich über­schärft zu erschei­nen. Für Foto­gra­fen, die ihre RAW-Datei­en maxi­mal aus­rei­zen möch­ten, bedeu­tet das: mehr Spiel­raum in der Wei­ter­ver­ar­bei­tung – vom sub­ti­len Fine-Tuning bis zur groß­for­ma­ti­gen Ausgabe.

Deutlich kleinere DNG-Dateien bei voller RAW-Power

Ein wei­te­res High­light ist die neue High-Fide­li­ty-DNG-Kom­pri­mie­rung. Die erzeug­ten DNG-Datei­en sind bis zu vier­mal klei­ner als unkom­pri­mier­te Vari­an­ten – bei erhal­te­ner RAW-Qualität.

Für die Pra­xis heißt das:

  • Mehr Bil­der auf SSD und Archivspeichern
  • Schnel­le­re Backups
  • Effi­zi­en­te­res Arbei­ten mit gro­ßen Projekten

Beson­ders für Event-, Hoch­zeits- oder Sport­fo­to­gra­fen mit hohen Bild­vo­lu­men ist das ein ech­ter Vor­teil. Spei­cher­platz wird nicht län­ger zum limi­tie­ren­den Fak­tor im Workflow.

KI-gestützte Sensorflecken-Entfernung für ganze Serien

Staub auf dem Sen­sor ist ein Klas­si­ker – die­ser ist ein ech­tes Pro­blem bei Auf­nah­men mit geschlos­se­nen Blen­den. Pure­RAW 6 auto­ma­ti­siert die­sen Arbeits­schritt jetzt mit­hil­fe künst­li­cher Intelligenz.

Die Soft­ware erkennt und ent­fernt Sen­sor­fle­cken nun selbst­stän­dig – auch bei umfang­rei­chen Bild­se­ri­en. Der Rei­ni­gungs­schwel­len­wert lässt sich dabei indi­vi­du­ell einstellen.

Gera­de bei Land­schafts- oder Stu­dio-Ses­si­ons mit vie­len Auf­nah­men spart das wert­vol­le Zeit. Manu­el­le Retu­sche in jeder ein­zel­nen Datei wird über­flüs­sig, ohne dass die Bild­in­te­gri­tät leidet.

Schnellere Verarbeitung durch Stapel-Parallelisierung

Auch beim The­ma Geschwin­dig­keit legt Ver­si­on 6 nach. Dank neu­er Sta­pel-Par­al­le­li­sie­rung wird das nächs­te Bild bereits vor­be­rei­tet, wäh­rend das aktu­el­le noch ver­ar­bei­tet wird.

Das Ergeb­nis:

  • Höhe­rer Durchsatz
  • Flüs­si­ge­res Arbeiten
  • Effi­zi­en­te­re Nut­zung moder­ner Hardware

Für pro­fes­sio­nel­le Work­flows mit hun­der­ten oder tau­sen­den Datei­en pro Pro­jekt ist das ein kla­rer Produktivitätsgewinn.

Fazit: Ein konsequenter erster Schritt im RAW-Workflow

DxO Pure­RAW 6 schärft sein Pro­fil als spe­zia­li­sier­ter Qua­li­täts-Boos­ter vor der eigent­li­chen Bildbearbeitung.

Mit Deep­P­RIME XD3 für Bay­er-Sen­so­ren, dras­tisch redu­zier­ten DNG-Datei­grö­ßen, auto­ma­ti­scher Sen­sor­fle­cken-Ent­fer­nung und schnel­le­rer Sta­pel­ver­ar­bei­tung rich­tet sich die neue Ver­si­on klar an Foto­gra­fen, die das Maxi­mum aus ihren RAW-Datei­en her­aus­ho­len möch­ten – tech­nisch wie workflowseitig.

Für ambi­tio­nier­te Bild­ma­cher, die höchs­te Detail­treue und Effi­zi­enz erwar­ten, ist Ver­si­on 6 ein spür­ba­rer Schritt nach vorn.

Theorie und Praxis

Das liest sich in der Pres­se-Ver­öf­fent­li­chung von DxO alles sehr gut. Aber was bringt die neue Ver­si­on wirk­lich im direk­ten Ver­gleich mit der bereits sehr guten Vorgängerversion?

Außer­dem hat inzwi­schen auch Ado­be Ligh­t­room Clas­sic, mein seit etli­chen Jah­ren genutz­tes Bild­be­ar­bei­tungs- und -ver­wal­tungs­pro­gramm, bereits eine brauch­ba­re KI-Ent­rau­schung inte­griert. Wel­chen Mehr­wert bringt da der zusätz­li­che Ent­wick­lungs­schritt mit Pure­RAW 6?

Daher habe ich mir Pure­RAW 6 unter die­sen Aspek­ten genau­er ange­se­hen. Ich bezie­he mich im fol­gen­den Test bewusst nur auf die Neue­run­gen der Pure­RAW Ver­si­on 6, die grund­sätz­li­che Funk­tio­na­li­tät von Pure­RAW habe ich bereits zuvor in mei­nem aus­führ­li­chen Test der Vor­gän­ger­ver­si­on Pure­RAW 5 beschrie­ben, sie hat sich nicht wesent­lich verändert.

Was bringt das neue DeepPRIME XD3?

Ich habe als Test dies­mal ein Foto eines statt­li­chen Löwens vom Neu­jahrs­tag 2022 aus der Masai Mara in Kenia aus­ge­wählt. Das Foto ent­stand mit der Canon EOS R5, mei­nem 400 mm f/2.8 bei Offen­blen­de und wenig Licht am frü­hen Mor­gen noch vor dem Son­nen­auf­gang, so dass ich den ISO Wert auf 12.800 erhö­hen muss­te. Hier zunächst das bear­bei­te­te, aber noch nicht ent­rausch­te Ori­gi­nal. Ich habe es zur Dar­stel­lung auf eine Bild­brei­te von 2048 Pixeln verkleinert:

Anschlie­ßend habe ich das Bild sowohl mit dem in Ligh­t­room Clas­sic inte­grier­ten „Denoi­se“ KI Ver­fah­ren, als auch mit Pure­RAW 6 mit dem neu­en Deep­P­RIME XD3 Algo­rith­mus ent­rauscht. Bei bei­den Ent­rau­schun­gen habe ich jeweils die Vor­ein­stel­lun­gen der Pro­gram­me ver­wen­det. Bei Ligh­t­room stand der Denoi­se-Reg­ler in der Vor­ein­stel­lung auf 50:

Bei Pure­RAW 6 waren dies die Voreinstellungen:

Um eine bes­se­re Ver­gleich­bar­keit zu gewähr­leis­ten, habe ich in Pure­RAW alle wei­te­ren Kor­rek­tu­ren aus­ge­schal­tet. Die Bil­der wur­den anschlie­ßend in Ligh­t­room Clas­sic iden­tisch entwickelt:

Hier der Ver­gleich der Ent­rau­schung von Pure­RAW 6 mit Deep­P­RIME XD3 mit der in Ligh­t­room Clas­sic V 15.2 inte­grier­ten KI-Ent­rau­schung. Links ist das Ergeb­nis von Ligh­t­room Clas­sic, rechts das von Deep­P­RIME XD3 zu sehen:

Adobe Lightroom Classic V15.2 KI DxO PureRAW 6 XD3

Adobe Lightroom Classic vs PureRAW 6 XD3

Wie, Sie sehen kaum Unter­schie­de zwi­schen den Aufnahmen? 

Das geht mir bei den ver­klei­ner­ten Bil­dern tat­säch­lich auch so. Selbst das ver­klei­ner­te und noch nicht ent­rausch­te Ori­gi­nal sieht so noch ganz brauch­bar aus. Das liegt dar­an, dass eine Ver­klei­ne­rung bereits eine sehr effek­ti­ve Ent­rau­schung dar­stellt. Meh­re­re Sen­sor­pi­xel wer­den dabei zusam­men­ge­fasst, wodurch sich die zufäl­lig ver­teil­ten Rauschar­te­fak­te teil­wei­se ausgleichen. 

Anders sieht es nun in den ca. 100% Crops aus. Hier zunächst wie­der ein klei­enr Aus­schnitt aus dem nicht ent­rausch­te Original:

Hier zeigt sich nun sehr deut­lich das star­ke Rau­schen, wie es bei einer hohen ISO-Ein­stel­lung von 12.800 auch nicht anders zu erwar­ten ist. Wie schla­gen sich dabei nun die bei­den KI-basier­ten Ent­rau­schungs­ver­fah­ren? Hier der Ver­gleich von Ligh­t­room Clas­sic mit Deep­P­RIME XD3 in der Ausschnittsvergrößerung:

Adobe Lightroom Classic V15.2 KI DxO PureRAW 6 XD3

Und zum Ver­gleich auch noch eine Neben­ein­an­der­stel­lung von Deep­P­RIME 3, wie es bereits bei Pure­RAW 5 ver­füg­bar war, mit dem neu­en Deep­P­RIME XD3:

Alle Ergeb­nis­se sind ver­blüf­fend gut. Bei genaue­rer Betrach­tung zeigt aller­dings Deep­P­RIME XD3 ein noch etwas bes­se­res Ergeb­nis als Deep­P­RIME 3 und die Ligh­t­room KI. Beson­ders das Hin­ter­grund­rau­schen ist bes­ser kon­trol­liert und beim hin- und her­schie­ben des Ver­gleichs­sli­ders fällt auf, dass das Deep­P­RIME XD3 Bild trotz iden­ti­scher Ent­wick­lungs­pa­ra­me­ter auch noch etwas bes­ser dif­fe­ren­zier­te Far­ben zeigt. Ich wür­de den Gewinn an Rausch­min­de­rung dabei auf etwa 1 Blen­den­stu­fe einschätzen.

Dateigrößen

DxO hat bei Pure­RAW auch ein neu­es kom­pri­mier­tes DNG For­mat imple­men­tiert. Was die­ses leis­tet, ist in der Tat sehr beein­dru­ckend. Hier die Grö­ße der ein­zel­nen Dateien:

Die in die­sem Bei­trag gezeig­te Ori­gi­nal­da­tei des Löwens im Canon .CR3 RAW-For­mat ist ca. 63 Mega­byte groß. Pure­RAW macht dar­aus im Stan­dard-Modus eine gewal­ti­ge linea­re DNG-Datei mit 172 Mega­byte. Mit dem neu­en kom­pri­mier­ten Ver­fah­ren ist die resul­tie­ren­de DNG-Datei aber sogar deut­lich klei­ner als das CR3 Ori­gi­nal. Das ist ein wirk­lich erstaun­li­ches Ergeb­nis. Nach Anga­ben von DxO han­delt es sich um eine ver­lust­be­haf­te­te Kom­pres­si­on, lei­det daher die Bild­qua­li­tät unter dieser?

Erstaun­li­cher­wei­se nicht, wie die fol­gen­de Gegen­über­stel­lung zeigt. Links ist die Stan­dard DNG Datei, rechts die „High Fide­li­ty“ DNG Datei zu sehen:

Ich kann in bei­den Bil­dern wirk­lich kei­nen Unter­schied ausmachen! 

Einen klei­nen Wehr­muts­trop­fen hat das neue For­mat allerdings:

Zwar ist es nach Anga­be von DxO voll­stän­dig kom­pa­ti­bel zu den von Ado­be ver­öf­fentli­che­ten DNG-Spe­zi­fi­ka­tio­nen. Es kann auch pro­blem­los mit den Ado­be Anwen­dun­gen und eini­gen ande­ren, die ich aus­pro­biert habe, ange­zeigt und bear­bei­tet werden. 

Aller­dings kommt Win­dows 11 selbst damit nicht zurecht, wie sich z.B. in der Explo­rer Ansicht mit gro­ßen Sym­bo­len zeigt:

Statt des Bil­des, wie bei den ande­ren RAW-For­ma­ten, wird ledig­lich ein uni­ver­sel­ler Platz­hal­ter ange­zeigt. Auch die Anzei­ge mit der in Win­dows 11 inte­grier­ten Win­dows-Foto­an­zei­ge scheitert:

Da bleibt nur, auf ein Win­dows-Update zu warten.

Sensorflecken Entfernung

Neu in Pure­RAW 6 ist auch eine dar­in inte­grier­te KI-gestütz­te Ent­fer­nung von Sen­sor­fle­cken. Auch Ligh­t­room Clas­sic in der Ver­si­on 15.2 bie­tet bereits eine ähn­li­che Funk­ti­on. Sen­sor­fle­cken ent­ste­hen durch win­zi­ge Staub­körn­chen auf dem Bild­sen­sor, sie kom­men aber übli­cher­wei­se erst bei klei­nen Blen­den (11 und klei­ner) und auf eini­ger­ma­ßen homo­ge­nen Flä­chen (meist im Him­mel) zur Darstellung. 

Ich muss aller­dings zuge­ben, dass ich sel­ten Pro­ble­me mit Sen­sor­fle­cken habe, da ich meist mit rela­tiv gro­ßen Blen­den­öff­nun­gen arbei­te und mei­ne sen­sor peni­bel sau­ber hal­te. Bis­her habe ich den­noch ent­stan­de­ne Sen­sor­fle­cken mit dem Repa­ra­tur-Pin­sel von Ligh­t­room manu­ell ent­fernt, das ging eigent­lich rela­tiv flott von der Hand und ließ sich auch pro­blem­los auf nach­fol­gen­de Bil­der übernehmen.

Ich muss­te daher etwas in mei­nem Bild­ar­chiv suchen, um geeig­ne­te Bei­spiel­da­tei­en zu fin­den. Gespannt war ich ins­be­son­de­re, wie sich im Ver­gleich zu Pure­RAW 6 auch die neue auto­ma­ti­schen Staub­ent­fer­nung von Ligh­t­room schlägt, ich hat­te sie bis­her noch nicht verwendet. 

Zwei Bei­spie­le habe ich gefun­den. Das ers­te Bild zeigt einen klei­nen Him­mels­aus­schnitt eines Bil­des, das ich mit Blen­de 32 auf­ge­nom­men habe. Bei genau­em hin­se­hen fin­de ich dar­auf fünf Sensorflecken:

Das Bild habe anschlie­ßend mit Pure­RAW 6 und Ligh­t­room Clas­sic ent­rauscht und auch den Staub ent­fer­nen las­sen. Ich habe hier bei Pure­RAW 6 zunächst die Vor­ein­stel­lung der Staub­ent­fer­nung bei 20 belassen:

Hier nun der Ver­gleich der Ergeb­nis­se von Ligh­t­room Clas­sic (eben­falls mit den unver­än­der­ten Vor­ein­stel­lun­gen) mit dem von Pure­RAW 6

Hier sehe ich bei Pure­RAW 6 ehr­lich gesagt kei­ner­lei Effekt, wäh­rend Ligh­t­Room alle fünf Fle­cke sehr gut erkennt und unsicht­bar entfernt.

Ich habe daher einen wei­te­ren Ver­such mit Pure­RAW 6 mit einem ande­ren Bild ange­schlos­sen. Dazu habe ich die Emp­find­lich­keit nun auf 50 erhöht:

Hier das Test­bild, das ich mit Blen­de 11 auf­ge­nom­men habe. Es zeigt nun drei etwas grö­ße­re Sensorflecken:

Die Grö­ße der Sen­sor­fle­cken ändert sich übri­gens mit der ein­ge­stell­ten Blen­de. Je klei­ner die Blen­den­öff­nung, des­to klei­ner (und dunk­ler) stel­len sich die Fle­cken dar. Hier schlägt sich im direk­ten Ver­gleich nun Pure­RAW 6 zwar etwas bes­ser, kommt aber noch immer nicht an das Ergeb­nis von Ligh­t­room Clas­sic her­an. Wenn man genau hin­sieht, sind bei Deep­P­RIME 6 die Sen­sor­fle­cken noch sche­men­haft zu sehen, wäh­rend Ligh­t­room Clas­sic sie wirk­lich spur­los ent­fernt hat:

Ich habe übri­gens dies­mal die Bil­der in Pure­RAW 6 auf mei­ner sta­tio­nä­ren Work­sta­tion berech­nen las­sen. Das ist ein Tower-Rech­ner mit einem AMD Thre­ad­rip­per 2950x 16 Kern / 32 Thread Pro­zes­sor, 64GB Spei­cher und einer Geforce RTX 2080 Ti. Der Rech­ner ist zwar zuge­ge­be­ner­ma­ßen bereits mehr als 6 Jah­re alt, aber eigent­lich sonst nicht schwachbrüstig.

Den­noch hat die Ent­rau­schung mit Deep­P­rime XD3 und Ent­fer­nung der Sen­sor­fle­cken geschla­ge­ne 5 Minu­ten bei vol­ler Aus­las­tung der Gra­fik­kar­te gedau­ert! Die ent­spre­chen­de Bear­bei­tung in Ligh­t­room Clas­sic hin­ge­gen war jeweils in ca. 20 Sekun­den erledigt.

Wie auch immer, lan­ger Rede kur­zer Sinn: Wer bereits Ligh­t­room Clas­sic in der aktu­el­len Ver­si­on hat, benö­tigt zur auto­ma­ti­schen Sen­sor­fleck-Ent­fer­nung Pure­RAW 6 nicht!

Geschwindigkeit

Auch die Ver­ar­bei­tungs­ge­schwin­dig­keit - ins­be­son­de­re in der Sta­pel­ver­ar­bei­tung von meh­re­ren Datei­en - soll in der sechs­ten Ver­si­on von Pure­RAW ver­bes­sert wor­den sein. Um dies zu tes­ten, habe ich eine Foto­se­rie eines Peli­kans mit 20 RAW Bil­der mei­ner Canon EOS R5 Mark II aus­ge­wählt. Sie ent­stan­den im ver­gan­ge­nen Früh­jahr im Duis­bur­ger Zoo, hier ein Beispielbild:

Die Bil­der sind alle­samt ähn­lich dem obi­gen. Ins­ge­samt waren die zum Test ver­wen­de­ten 20 .CR3 Datei­en mei­ner Canon EOS R5 Mark II 744MB groß, ein Ein­zel­bild hat­te somit etwa 37,2MB.

Ich habe sie nun nach­ein­an­der mit ver­schie­den Ein­stel­lun­gen in Pure­RAW 6 und zum Ver­gleich auch mit der Vor­gän­ger­ver­si­on jeweils zusam­men ent­rauscht. Dazu ver­wen­de­te ich wie­der mei­nen Lap­top mit Intel i9-11980HK CPU (8 Ker­ne, 16 Threads), 64GB Haupt­spei­cher und inte­grier­ter Geforce 3080 RTX mit 8GB.

Die genau­en Ergeb­nis­se sind der fol­gen­den Tabel­le zu entnehmen:

In der Tat ist also Pure­RAW 6 mit den­sel­ben Ein­stel­lun­gen mit Deep­P­RIME 3 im Batch-Betrieb somit fast 30% schnel­ler gewor­den als der Vor­gän­ger. Die neue Ent­rau­schung mit Deep­P­RIME XD3 ist offen­bar deut­lich rechen­in­ten­si­ver, sie benö­tigt mehr als dop­pelt soviel Zeit wie Deep­P­RIME 3.

Beson­ders beein­druckt bin ich von der hoch­gra­di­gen Kom­pres­si­on der „High Fide­li­ty“ DNG Datei­en mit Pure­RAW 6: Die DNG-Datei­en konn­ten in die­sem Bei­spiel um sagen­haf­te 87% kom­pri­miert wer­den. Die resul­tie­ren­den DNG-Datei­en sind sogar auch noch fast drei­mal so klein wie die ori­gi­nal .CR3-Datei­en mei­ner Canon EOS R5 Mark II! 

Aller­dings muss ich zuge­ben, dass sich das von mir gewähl­te Motiv auch sehr gut für eine Kom­pres­si­on eig­net, da der Hin­ter­grund groß­flä­chig schwarz ist.

Resumée

Nun, das Bes­se­re ist des Guten Feind, sagt man. 

Tat­säch­lich holt das neue Deep­P­RIME XD3 noch etwas mehr Details aus High-ISO-Bil­dern her­aus als sein Vor­gän­ger und auch als das in Ligh­t­room Clas­sic inte­grier­te KI-Ver­fah­ren. Ich wür­de bei mei­nen Ver­glei­chen die ver­bes­ser­te Rausch­frei­heit auf etwa 1 Blen­den­stu­fe Gewinn ein­schät­zen. Das bedeu­tet, dass ein mit Deep­P­RIME XD3 ent­rausch­tes ISO 12.800 Bild ähn­lich rausch­rei erscheint, wie ein mit den ande­ren Ver­fah­ren ent­rausch­tes ISO 6.400 Bild.

Aller­dings sind zuge­ge­be­ner­ma­ßen auch die Ergeb­nis­se von Ligh­t­room und der älte­ren DxO-Ver­fah­ren schon sehr gut und in vie­len Fäl­len sicher mehr als aus­rei­chend. Das neue kom­ple­xe­re Ver­fah­ren benö­tigt aller­dings auch wie­der mehr Rechen­leis­tung. Auf mei­nem Lap­top mit 8Kern Intel-CPU und Lap­top Geforce 3080 RTX habe ich für die Ent­rau­schung der gezeig­ten Bil­der mit Deep­P­RIME XD3 etwa 10-20 Sekun­den benö­tigt, Ligh­t­room und Deep­P­RIME 3 benö­ti­gen grob geschätzt nur etwa halb soviel Zeit. 

Auf ande­ren Rech­nern mag das aber ganz anders aus­se­hen. Grund­sätz­lich sind die KI-Ver­fah­ren aber auf aus­rei­chend poten­te Gra­fik-Hard­ware ange­wie­sen. Ohne die­se und allein über die CPU war­tet man meh­re­re Minu­ten auf jedes Bild.

Ob die Neue­run­gen von Pure­RAW 6 einen Umstieg von der Vor­gän­ger­ver­si­on loh­nen oder ob über­haupt eine Ver­wen­dung von Pure­RAW not­wen­dig ist, wenn man bereits über Ligh­t­room Clas­sic ver­fügt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ein wei­te­rer Aspekt bei der Wahl eines KI-Ent­rau­schungs­pro­gramms ist die Unter­stüt­zung unter­schied­li­cher Kame­ra­mo­del­le. Bei DxO wer­den die Algo­rith­men spe­zi­ell auf ein­zel­ne Kame­ra­mo­del­le aus­ge­rich­tet, die ein­zeln in den DxO-Labo­ren auf­wen­dig kali­briert wur­den. So ist gewähr­leis­tet, dass damit stets opti­ma­le Ergeb­nis­se erzielt wer­den. Wenn man aller­dings eine Kame­ra ver­wen­det, die DxO (noch) nicht unter­stützt, kann Pure­RAW 6 die Datei­en nicht ver­ar­bei­ten. Es ist daher wich­tig, die Lis­te der unter­stütz­ten Kame­ra­mo­del­le bei DxO* anzu­se­hen, bevor man Pure­RAW 6 ein­setzt. So wer­den z. B. DJI-Action-Kame­ras wie Action 4 bis 6 oder die Osmo 360 aktu­ell nicht unterstützt.

Ligh­t­room Clas­sic ver­folgt hier einen ande­ren Ansatz. Es akzep­tiert neben den pro­prie­tä­ren RAW-For­ma­ten der meis­ten gän­gi­gen Kame­ras auch fast alle Datei­en im DNG-For­mat, ohne dass die­se beson­ders inte­griert wur­den. Bei exo­ti­sche­ren Kame­ras ist daher die Wahr­schein­lich­keit grö­ßer, dass Ligh­t­room auch mit ihren DNG-Datei­en zurechtkommt.

Aber Sie kön­nen sich jeder­zeit selbst ein Bild machen: Dazu kön­nen Sie eine Test­ver­si­on von Rur­e­RAW 6 (direkt hier bei DxO*) her­un­ter­la­den und inten­siv mit eige­nen Bil­dern aus­pro­bie­ren. DxO ist außer­or­dent­lich kulant und erlaubt es, sei­ne Pro­gram­me 14 Tage lang ohne Ein­schrän­kun­gen zu testen.

Ich bin jeden­falls froh, mit Deep­P­RIME XD3 noch ein klei­nes Quent­chen mehr bei mei­nen kri­ti­schen High-ISO Bil­dern her­aus­ho­len zu kön­nen - auch wenn ich das sicher nur sel­ten benö­ti­gen werde. 

Eine sehr ange­neh­me Zuga­be ist das deut­lich kom­pak­te­re Datei­for­mat. Die gigan­ti­schen Datei­en der Vor­gän­ger-Ver­sio­nen rau­ben doch sehr viel Platz auf der Fest­plat­te. Ich über­le­ge bereits tat­säch­lich, künf­tig alle mei­ne .CR3 Datei­en mit Deep­P­RIME XD3 in kom­pri­mier­te DNG-Datei­en zu kon­ver­tie­ren, um Fest­plat­ten­spei­cher zu sparen…

Die auto­ma­ti­sche Staub-Ent­fer­nung von Pure­RAW 6 konn­te mich hin­ge­gen noch nicht so recht überzeugen.

Preise und Verfügbarkeit

DxO Pure­RAW 6 steht ab sofort auf der DxO Web­site zum Down­load* zu fol­gen­den Prei­sen zur Verfügung:

  • DxO Pure­RAW 6: 129,99 €
  • DxO Pure­RAW Upgrade von Ver­si­on 4 oder 5: 79,99 €

*= Affi­li­ate­Link

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